{"id":177,"date":"2015-05-03T19:44:22","date_gmt":"2015-05-03T17:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/?page_id=177"},"modified":"2017-01-22T22:44:01","modified_gmt":"2017-01-22T21:44:01","slug":"haarentfernung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/trans\/tipps-hinweise-praktisches\/haarentfernung\/","title":{"rendered":"Haarentfernung"},"content":{"rendered":"<p>Gerade f\u00fcr trans* Frauen stellt der m\u00e4nnliche Haarwuchs oft ein Problem dar. Gerade bei dunklen Barthaaren entsteht ein sehr unsch\u00f6ner Bartschatten, ein stark behaarter R\u00fccken, Brust, Arme und Handr\u00fccken werden als eher unpassend empfunden und sollen weg. Um dies zu bewerkstelligen gibt es mehrere Methoden, mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#rasur\">Rasur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#epizupf\">Epilation &#8211; Zupfen, Wachs etc.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#epilicht\">Epilation &#8211; Licht, IPL \/ Laser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#epielektro\">Epilation &#8211; Elektro-Nadel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#kostenerst\">Kostenerstattung Krankenkassen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"rasur\">Rasur<\/h3>\n<p>Rasieren kennt jede_r, mit einer Klinge werden, die nassen oder trockenen Haar, so dicht wie m\u00f6glich an der Hautoberfl\u00e4che abgeschnitten.<\/p>\n<p>Vorteil: Funktioniert an fast allen K\u00f6rperstellen gleich gut, in der Regel schmerzfrei.<\/p>\n<p>Nachteil: Die Haare wachsen kontinuierlich weiter nach und sind unter Umst\u00e4nden bereist nach wenigen Stunden wieder sp\u00fcr- oder sogar sichtbar. Gerade ein Bartschatten (sehr) dunkler Barthaare ist so kaum sinnvoll zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Kosten: Trockenrasierer nur Strom, Nassrasierer Klingen und ggf. Rasierschaum oder Gel.<\/p>\n<div style=\"width: 413px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/9\/94\/Anatomy_of_the_skin_de.jpg\" width=\"403\" height=\"513\" \/><p class=\"wp-caption-text\">By Anatomy_of_the_skin.jpg: Wong, D.J. and Chang, H.Y. Skin tissue engineering (March 31, 2009), StemBook, ed. The Stem Cell Research Community, StemBook, doi\/10.3824\/stembook.1.44.1, http:\/\/www.stembook.org. derivative work: Anka Friedrich [CC BY 3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0)], via Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<h3 id=\"epizupf\">Epilation &#8211; Zupfen, Wachs etc.<\/h3>\n<p>Die einfachste Epilationsmethode ist das Auszupfen der Haare mit verschiedenen Hilfsmitteln, angefangen von einer Pinzette \u00fcber Warm- oder Kaltwachs bishin zu den elektrischen Epilationsger\u00e4ten mit rotierenden Pinzettenk\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Vorteil: Das Haar wird inclusive des noch in der Haut befindlichen Teils entfernt (siehen Abbildung oben). Damit steckt dann also auch kein dunkler Teil des Haares mehr in der Haut und entsprechend geringer ist ein m\u00f6glicher Schatten. Er ist aber nur geringer und nicht v\u00f6llig weg, weil die Melanozyten am unteren Ende, kurz vor der Haarpapille (siehe Abbildung unten) \u00fcberwiegend in der Haut verbleiben. Die Melanozyten sind die Bestandteile des Haares, die den Farbstoff f\u00fcr das Haar bilden und in das Haar w\u00e4hrende des Wachstums einbauen, das sogenannte Melanin.<\/p>\n<p><div style=\"width: 302px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/8\/83\/Histologie_Haar.jpg\" width=\"292\" height=\"555\" \/><p class=\"wp-caption-text\">By Rollroboter (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons<\/p><\/div>Nachteil: Alle Verfahren sind mehr oder weniger schmerzhaft. Man gew\u00f6hnt sich zwar mit der Zeit etwas daran und bei Nachbehandlungen sind es meist nicht mehr soviele Haare, wie bei der Erstbehandlung, was auch den Schmerz etwas reduziert, aber es tut dennoch weh. Epilation durch Zupfen ist zu dem nicht permanent. Es dauert nur einfach l\u00e4nger, bis das Haar wieder in der Haut gewachsen ist und an der Oberfl\u00e4che austritt. Die f\u00fchrt auch zu der gesteigerten Gefahr des Einwachsens von Haaren und damit auch Entz\u00fcndungen oder Verkapselungen. Bei der Epilation sollte hygienisch gearbeitet werden, da es immer wieder zu kleinen Verletzungen kommt und auch vergeblich gezupfte Haare wieder zur\u00fcck in die Haut rutschen. War die Haut dann nicht sauber, nehmen sie auf dem Weg ggf. Keime oder Verunreinigungen mit in die Haut, was wieder zu Entz\u00fcndungen oder starken Irritationen f\u00fchren kann. Eine &#8222;normale&#8220; Epilation im Gesicht durch Zupfen ist nicht zu empfehlen. Der Vorgang ist an einigen Stellen \u00e4u\u00dferst schmerzhaft und eventuell auftretende Probleme, wie Entz\u00fcndungen oder starke Reizungen, anschlie\u00dfend schwer zu kaschieren. An vielen anderen K\u00f6rperstellen kann es aber gut angewendet werden, wie an Armen, Beinen, R\u00fccken, Brust, Bauch.<\/p>\n<p>Kosten: Elektrische Epilierer nur Strom, ansonsten Warmwachs, Kaltwachs, Halawa etc. Man sollte mit einer ein- bis zwei w\u00f6chentlichen Nachbehandlung rechnen.<\/p>\n<h3 id=\"epilicht\">Epilation &#8211; Licht, IPL \/ Laser<\/h3>\n<p>Beim Rasieren und Epilieren durch Zupfen wird nur das gerade vorhandene Haar behandelt. Haare fallen st\u00e4ndig aus und werden neu gebildet, im sog. Haar-Folikel. Der Folikel besteht aus vielen Bestandteilen, im Besonderen den Haar bildenden Zellen und den Melanozyten, dem Teil, der dem Haar den Farbstoff verleiht, also das Haar ggf. dunkel f\u00e4rbt. Ein Haar ohne Farbstoff ist wei\u00df bis fast durchsichtig. Mit den Licht basierten Verfahren wie dem Impulslichtlicht (IPL) oder Laser wird versucht, nicht das Haar selbst zu bek\u00e4mpfen, sondern die Zellen die es bilden, also wachsen lassen. Beide Verfahren beruhen auf einer Thermolyse, also eine Sch\u00e4digung bishin zur Zerst\u00f6rung der Haar bildenden Zellen durch Temperatur.<\/p>\n<p>Dazu wird auf die Hautoberfl\u00e4che ein starker hoch energetischer Lichtimpuls abgegeben. Die Haut selbst muss dabei so hell wie m\u00f6glich sein, weshalb sich eine Behandlung nach den Wintermonaten anbietet. Das Licht dringt durch die oberen Hautschichten und trifft dann auf das dunkle Haar und die dunklen Melanozyten. An allen dunklen Stellen wird nun die Lichtenergie in W\u00e4rme umgesetzt, so wie die Sonne eine Oberfl\u00e4che erw\u00e4rmt. Durch den sehr kurzen aber heftigen Impuls m\u00f6chte man erreichen, dass an den dunkelsten Stellen kurzfristig m\u00f6glichst hohe Temperaturen entstehen, deutlich \u00fcber 42\u00b0C. Etwa ab dieser Temperatur werden Proteine (Eiwei\u00dfe) zerst\u00f6rt, man kennt das vom Spiegelei braten. Proteine sind existentielle Bestandteile jeder Zelle, also auch der Haar-Folikel. Werden die Proteine dort zerst\u00f6rt, stirbt die Zelle und kann damit auch ein kein Haar mehr bilden. Hierf\u00fcr ist es n\u00f6tig, die feinen Blutgef\u00e4\u00dfe, die die Papille (siehe Abbildung oben) mit N\u00e4hrstoffen zum Wachstum versorgen, zu zerst\u00f6ren. Dann ist der Haarwuchs f\u00fcr immer beendet.<\/p>\n<p>Der wesentliche Unterschied zwischen IPL und Laser besteht in der Art und Weise wie der Lichtimpuls erzeugt wird. Bei IPL wird eine Blitzlampe, \u00e4hnlich wie bei einem Fotoapparat, verwendet, bei Laser eben ein Laser. Eine Blitzlampe erzeugt einen Lichtimpuls mit unterschiedlichsten Wellenl\u00e4ngen, ein Laser prinzipbedingt mit nur einer Wellenl\u00e4nge. Die Wellenl\u00e4nge des Lichts entspricht der Farbe. Zum Beispiel absorbiert ein rotes Haar alle Wellenl\u00e4ngen au\u00dfer Rot, daher sehen wir es Rot, denn der rote Anteil des Lichts wird reflektiert. W\u00fcrde man dieses mit einem roten Laser beschie\u00dfen, w\u00fcrde fast die gesamte Energie reflektiert und kein Effekt ausgel\u00f6st. Liegt also die Wellenl\u00e4nge des Behandlungslasers in einem Bereich, der von den Haar gut absorbiert wird, dann erzielt man mit einem Laser die besseren Ergebnisse. Liegt die Farbe der Haare aber so, dass viel reflektiert w\u00fcrde, dann n\u00fctzt es nichts. Daf\u00fcr kann hier IPL unter Umst\u00e4nden besser wirken, da ein breiteres Lichtspektrum abgegeben wird und damit die Wahrscheinlichkeit h\u00f6her ist, dass ein gro\u00dfer Teil davon absorbiert und in W\u00e4rme umgesetzt wird.<\/p>\n<p>Vorteil: Ist das Haar gesch\u00e4digt, so w\u00e4chst dort nie wieder eines. Auch die Melanozyten bilden keinen Farbstoff mehr und entsprechend verschwindet der (Bart-)Schatten &#8211; endg\u00fcltig. Wenn es gut funktioniert hat, fallen die Haare nach ein bis zwei Wochen von alleine einfach aus. In dieser Zeit ist der Folikel abgestorben und das Haar verliert seinen Halt.<\/p>\n<p>Nachteil: Die Behandlung ist schmerzhaft! Man kann sich einen Schuss eines IPL- oder Laserger\u00e4tes vorstellen, wie ein gut gespanntes Gummi eines Einmachglases auf die Haut schnalzen zu lassen. Das tut richtig weh, Zupfen ist dagegen v\u00f6llig harmlos. Leider ist auch die Dosierung nicht ganz einfach. F\u00fcr eine wirklich dauerhafte Zerst\u00f6rung der Haare, muss man mit gro\u00dfen Energiemengen arbeiten. Die Grenze zur Hautverbrennung ist leicht erreicht, doch das m\u00f6chte man nat\u00fcrlich nicht. Daher braucht es wirklich erfahrene Behandler_innen, die diese f\u00fcr jeden individuelle Grenze finden k\u00f6nnen. Es ist aber wichtig auch an der Grenze zu arbeiten, da sonst kein dauerhafter Effekt erzielt wird. Ist die Energie zu gering, kann der Folikel auch in einen Schlaf-Zustand versetzt werden, der lediglich das Wachstum aufschiebt. Dann kommen alle Haare nach einigen Wochen oder Monaten wieder. Gerade Kosmetikstudios, die mit Ger\u00e4ten geringer Leistung arbeiten oder wenig Erfahrung haben, arbeiten oft so. Die nicht dauerhaften Ergebnisse werden erst nach Monaten offensichtlich und man \u00e4rgert sich \u00fcber die Zeit- und Geldverschwendung.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Anmerkung: Ich habe anfangs IPL von einer erfahrenen Behandlerin mit zum Schluss 21 Joule pro Schuss machen lassen. Zum Vergleich, selbst die besten Heimger\u00e4te arbeiten gerade einmal mit bis zu 6 Joule.<\/p>\n<p>Kosten: Eine vollst\u00e4ndige Gesichtsbehandlung mit Laser oder IPL in einem erfahrenen Studio kostet um 100\u20ac. F\u00fcr einen ersten guten Erfolg sind 6 bis 10 Behandlungen mit ca. 4 Wochen Abst\u00e4nden empfehlenswert, also Gesamtkosten zwischen 600\u20ac und 1000\u20ac. Durch die Wachstumszyklen der Haare von bis zu drei Jahren k\u00f6nnen in dieser Zeit zwangsl\u00e4ufig nicht alle Haare entfernt werden, wohl aber alle, die gerade aktiv waren.<\/p>\n<h3 id=\"epielektro\">Epilation &#8211; Elektro-Nadel<\/h3>\n<p>Die Licht basierten Methoden wirken nur, wenn die Haare dunkel sind, damit an ihnen auch die Lichtenergie in W\u00e4rme umgesetzt werden kann. Bei hellen Haaren funktioniert dies also nicht mehr &#8211; oder bei dunkler Haut. In diesen F\u00e4llen hilft nur noch Elektro-Nadel Epilation. Bei diesem Verfahren wird eine d\u00fcnne metallische Sondennadel in den Haarkanal bis zur Wurzel\/Papille eingef\u00fchrt und dann mit Gleich- oder Wechselstrom, je nach Verfahren, die Wurzel und damit der Folikel abget\u00f6tet, das Haar wird anschlie\u00dfend mit einer Pinzette einzeln gezogen. Hat alles funktioniert, so ist das Ziehen dann ann\u00e4hernd schmerzfrei.<\/p>\n<p>Im Wesentlich werden dabei zwei Methoden und Effekte verwendet. Das erste ist das Blending mit Gleichstrom. Durch das Anlegen des Gleichstroms findet eine Elektrolyse der Gewebefl\u00fcssigkeit statt und es bildet sich eine Lauge. Die Lauge wiederum ist \u00e4tzend und ver\u00e4tzt und t\u00f6tet damit den Folikel. Klingt dramatischer als es ist, denn es ist nur ein sehr kleines Gebiet und nur ein geringer elektrischer Strom. Die zweite Methode ist die Thermolyse. Dabei wird ein Wechselstrom angelegt, der an der Spitze der Sonde zu einer Erw\u00e4rmung des Gewebes f\u00fchrt. \u00c4hnlich wie bei den Licht basierten Verfahren werden dadurch die Proteine der Zellen gesch\u00e4digt und damit das Haar abget\u00f6tet.<\/p>\n<p>Vorteil: Ein auf diese Art abget\u00f6tetes Haar ist definitiv weg.<\/p>\n<p>Nachteil: Jedes Haar muss einzeln behandelt werden. Das ist entsprechend zeitaufw\u00e4ndig. Au\u00dferdem k\u00f6nnen nur jene Haare behandelt werden, die gerade auch sichtbar sind. Da es in der Haut aber etwa f\u00fcnf mal mehr Haaranlagen als aktive Haare gibt, muss man warten bis alle diese einmal ein Haar produzieren, um auch wirklich alle zu erwischen. Der Haarzyklus dauert gut drei Jahre oder mehr, d.h. man muss damit rechnen, dass man diese Behandlung mehrere Jahre kontinuierlich durchf\u00fchren lassen muss. Au\u00dferdem sollte man erw\u00e4hnen, dass die Behandlung nicht schmerzfrei ist. Gerade an den Stellen, die ohnehin sehr empfindlich sind, z.B. auf der Oberlippe, ist dies eine eher unangenehme Prozedur. Allgemeine Schmerzmittel wie Schmerztabletten helfen leider sehr wenig, Schmerzmittel, die die Blutgerinnung beeinflussen k\u00f6nnen sogar extrem problematisch sein (Acetylsalicyls\u00e4ure wie in Aspirin oder ASS). Ein wenig helfen Oberfl\u00e4chen-<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Analgetikum\" target=\"_blank\">Analgetika<\/a> wie die Emla Salbe.<\/p>\n<p>Kosten: ca. 1\u20ac pro Behandlungsminute, ein_e gute Behandler_in schafft dabei bis zu 20 Haare. Eine vollst\u00e4ndige Nadel-Epilation eines durchschnittlichen Bartes braucht um die 180 Stunden. Die Kosten belaufen sich entsprechend um die 10.000\u20ac und die Behandlung zieht sich \u00fcber mehrere Jahre &#8211; das macht kein Mensch freiwillig mit, wenn es nicht wirklich n\u00f6tig ist.<\/p>\n<h3 id=\"kostenerst\">Kostenerstattung Krankenkassen<\/h3>\n<p>Epilation bei trans* Frauen ist immer wieder ein Streitpunkt mit den Krankenkassen. Die H\u00fcrden werden meist hoch gelegt und eine Kostenerstattung erst auf Antrag und nach Einhaltung der Fristen aus den MDS Richtlinien bewilligt. Eine IPL- oder Laser-Behandlung wird in aller Regel abgelehnt, da es sich hierbei um ein nicht medizinisch anerkanntes Verfahren handelt. Manche Kassen lassen sich aber, mit viel gutem Willen und \u00dcberzeugungsarbeit, dennoch zu einem Ersatz oder zumindest einer Kostenbeteiligung \u00fcberreden. Ein Recht dazu gibt es allerdings nicht.<\/p>\n<p>Das in Deutschland einzig medizinisch anerkannte Verfahren ist die Elektro-Nadel-Epilation. Krankenkassen erstatten normalerweise nur Kosten f\u00fcr von \u00c4rzten durchgef\u00fchrte Leistungen und diese dann nach einem festen Abrechnungsschl\u00fcssel. Eine Nadel-Epilation eines m\u00e4nnlichen Bartes ist darin jedoch nicht vorgesehen. Der Abrechnugsschl\u00fcssel f\u00fcr eine Nadel-Epilation im Gesicht ist gedacht f\u00fcr vereinzelte Haare, nicht f\u00fcr einen komplette Bart. \u00c4rzte, Dermatologen, die eine Nadel-Epilation anbieten, k\u00f6nnen daher eine solche Behandlung nicht wirtschaftlich durchf\u00fchren und entsprechend wird eine solche dann auch von den allermeisten verweigert.<\/p>\n<p>Trans* Frauen bleibt dann in aller Regel nichts anderes \u00fcbrig, als sich ein Kosmetikstudio oder ein spezialisiertes Haarentfernungsstudio zu suchen und die Kosten im Kostenerstattungsverfahren von der Krankenkasse erstatten zu lassen. Die Kassen verweigern dies in der Regel beim Erstantrag, also muss man etwas nachhelfen. Zum einen sollte man versuchen, die Qualifikation des gew\u00e4hlten Studios nachzuweisen &#8211; Zeugnisse, Fortbildungsbescheinigungen etc. Dann sollte man versuchen, die Erfahrung mit trans* Frauen nachzuweisen, also hat dieses Studio bereits erfolgreich trans* Frauen behandelt? Wenn ja, wie wurde bei diesen abgerechnet?<\/p>\n<p>Das Kostenerstattungsverfahen der Krankenkassen basiert auch darauf, dass man die Unm\u00f6glichkeit oder Unzumutbarkeit einer regelkonformen Behandlung nachweisen muss. Man muss also nachweisen, dass in einem zumutbaren r\u00e4umlichen Umkreis kein_e Mediziner_in mit Kassenzulassung diese Behandlung durchf\u00fchren w\u00fcrde. Dieser Nachweis sollte nicht schwer zu f\u00fchren sein, d.h. also eine Hand voll Dermatolog_innen anrufen und sich von ihnen eine Absage abholen.<\/p>\n<p>Manche Kassen verweigern auch dann noch die Erstattung und halten einen hin. Das Sozialgericht D\u00fcsseldorf hat aber in dieser Hinsicht positiv geurteilt, am 11.12.2007<br \/>\nAktenzeichen S 4 KR 78\/07, siehe auch <a href=\"http:\/\/www.dg-kassenarztrecht.de\/RID\/2008\/RID08-02.pdf\" target=\"_blank\">hier als PDF<\/a>, Seite 50:<\/p>\n<blockquote><p>1. NADEL-EPILATION BEI TRANSSEXUALIT\u00c4T DURCH KOSMETIKERIN<br \/>\nSG D\u00fcsseldorf, Urt. v. 11.12.2007 \u2013 S 4 KR 78\/07 \u2013<br \/>\nRID 08-02-153<br \/>\nwww.sozialgerichtsbarkeit.de<br \/>\nSGB V \u00a7\u00a7 2 II 1, 13 III, 27 I 1 u. 2 Nr. 1, 75, 76 I<br \/>\nBei Transsexualit\u00e4t kann die Behaarung im Gesichts- und Halsbereich eine Krankheit darstellen. Die Nadel-Epilation, die grunds\u00e4tzlich als \u00e4rztliche Behandlung im Sinne von \u00a7 27 I 2 Nr. 1 SGB V zu bewerten ist, kann, wenn kein vertrags\u00e4rztlicher Behandler gefunden werden kann, auch durch eine Kosmetikerin ausgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDas SG gab der Klage statt u. verurteilte die Krankenkasse, die bisher entstandenen Kosten der am 29.08.2007 begonnenen Nadelepilation bei der Kosmetikerin J C1 zu erstatten und in der Zukunft bis insgesamt 180 Stunden zu \u00fcbernehmen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit sollte sich eine Kasse von dem Anspruch auf mindestens 180 Stunden Behandlungsdauer \u00fcberzeugen lassen und zudem, dass diese auch in einem qualifizierten Kosmetikstudio durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Links:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haar\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melanine\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melanine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Epilation\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Epilation<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade f\u00fcr trans* Frauen stellt der m\u00e4nnliche Haarwuchs oft ein Problem dar. 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