{"id":44,"date":"2015-04-20T14:36:00","date_gmt":"2015-04-20T12:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/?page_id=44"},"modified":"2021-07-18T15:52:45","modified_gmt":"2021-07-18T13:52:45","slug":"ueber-mich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/ueber-mich\/","title":{"rendered":"\u00dcber mich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4 alignleft\" src=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/04\/nica-port-221x300.png\" alt=\"nica-port\" width=\"152\" height=\"206\" \/>Die Frage nach Identit\u00e4t wurde zu einem zentralen Teil meiner pers\u00f6nlichen Entwicklung. Jeder Mensch hat mehrere Identit\u00e4ten, mehrere Rollen, in denen man auftritt und manche haben auch, je nach Situation und Rolle, mehrere Schwerpunkte in ihrem t\u00e4glichen Leben und Erleben. Wir sind die Kinder unserer Eltern, Bruder oder Schwester, werden vielleicht irgendwann Tante oder Onkel, Vater oder Mutter, Oma oder Opa. Wir sind Mitsch\u00fcler_in, vielleicht Kommeliton_in, Kamerad_in, Ehemann oder Ehefrau, Angestellte_r, Chef_in oder ehrenamtliche_r Mitarbeiter_in. Diese Identit\u00e4ten k\u00f6nnen sehr unterschiedlich sein, sehr unterschiedliche Ausgestaltung erfordern, bilden selbst wiederum andere Kontexte, ver\u00e4ndern unser Handeln und die pers\u00f6nliche Entwicklung. Aspekte der einen flie\u00dfen in die Ausgestaltung der anderen ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich hat die Frage nach Identit\u00e4t 2013 \/ 2014 sehr konkrete Formen angenommen und Ver\u00e4nderungen erfordert und gef\u00f6rdert, die seitdem meinem Leben ganz neue und ganz spannende Impulse gegeben haben.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil hat bisher meine fachliche und berufliche Entwicklung eingenommen. Schon immer faszinierten mich Computer und blinkende Lichter, also wurde dies zu meiner Profession, zu meinem Gewerbe. Nach dem Abitur 1990 und Zivildienst studierte ich daher technische Informatik in Siegen, eine Mischung aus Elektrotechnik und Informatik. Ich wollte schon immer wissen, wie Dinge funktionieren, daher war eben auch die Elektronik f\u00fcr mich wichtig.<\/p>\n<p>Zudem war ich schon immer ein politischer Mensch. Ich glaube daran, dass es wichtig ist, sich eine Meinung zu bilden und diese auch im Diskurs zu vertreten. Nur so kann es gesamtgesellschaftlich eine Entwicklung zum Besseren geben, in der sich auch alle wiederfinden und vertreten f\u00fchlen. Ich scheue mich daher auch nicht, un\u00fcbliche und ungew\u00f6hnliche Wege zu gehen, dazu zu stehen und dies auch zu vertreten.<\/p>\n<p>Zusammen mit meiner politischen &#8222;Natur&#8220; f\u00fchrte mich dies recht bald zur freien Software. Quelloffene und freie Software ist mehr, als nur Computerprogramme zum kostenlosen herunterladen. Freie Software ist auch eine Philosophie, eine Kultur und ein gesamtgesellschaftliches, hoch politisches Thema. Also genau etwas f\u00fcr mich!<\/p>\n<p>Zusammen mit einem Uni Kommelitonen gr\u00fcndete ich dann 1999 eine kleine <a href=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/beruf-firma\/\">Firma<\/a>. Wir wollten mit freier Software, haupts\u00e4chlich Linux, auf Plattformen, die keine PCs sind, Geld verdienen. Die Firma existiert heute (2016) nach wie vor und mittlerweile sind wir \u00fcber 10 Personen, die dort arbeiten und ihr Auskommen mit der Arbeit an und mit freier Software haben. 2017 habe ich die Firma allerdings verlassen und arbeite nun als CTO f\u00fcr <a href=\"https:\/\/puri.sm\">Purism<\/a>.<\/p>\n<p>Dies ist meine <a href=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/computer-it-nerdine-geek\/\"><em>Identit\u00e4t als IT Mensch<\/em><\/a>, als politischer IT Mensch, mit Grunds\u00e4tzen und Zielen, die \u00fcber das reine Geld verdienen hinaus gehen.<\/p>\n<p>Die Politik selbst war entsprechend auch ein interessantes Feld f\u00fcr mich. Mit dem Aufkommen der <a href=\"https:\/\/www.piratenpartei.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Piraten Partei<\/a> hatte ich erstmals eine Partei, mit deren Zielen und Arbeitsweise ich mich identifizieren konnte und so wurde ich 2011 Mitglied. Ich habe mich lokal engagiert, die lokale Gruppe unterst\u00fctzt und wurde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landtagswahlkreis_Siegen-Wittgenstein_I\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2012 als Direktkanditat f\u00fcr die Landtagswahl NRW<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundestagswahlkreis_Siegen-Wittgenstein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2013 als Direktkanditat f\u00fcr die Bundestagswahl<\/a> aufgestellt. Der Einblick in die Politik war f\u00fcr mich sehr aufschlussreich und spannend. Zur Zeit ruht dieser Teil allerdings etwas; warum, wird gleich deutlicher werden.<\/p>\n<p>Dies ist meine <em><a href=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/politik\/\">politische Identit\u00e4t<\/a><\/em>.<\/p>\n<p>Dann kam das Jahr 2013 und eine fast 35 j\u00e4hrige Entwicklung brach sich Bahn. Bereits seit meiner Kindheit hatte ich das starke Gef\u00fchl, irgendwie anders zu sein, konnte es aber damals noch nicht konkret benennen. Ich merkte aber, dass einige meiner Interessen und Vorlieben irgendwie nicht mit den Erwartungen an mich \u00fcbereinzustimmen schienen. Als Kind habe ich dann allerdings dennoch versucht diese zu erf\u00fcllen, woher h\u00e4tte ich denn schon wissen sollen, was das alles zu bedeuten haben k\u00f6nnte? Mit der Pubert\u00e4t wurde es dann immer klarer, stand aber nun in noch krasserem Widerspruch zu meiner Umwelt und den jetzt noch st\u00e4rkeren Erwartungen.<\/p>\n<p>Diese Gef\u00fchle schleppte ich dann 35 Jahre mit mir herum und von Jahr zu Jahr wurde mir klarer, dass es nicht die Gef\u00fchle waren, die falsch waren, sondern zu versuchen, sie nicht zuzulassen, sie zu unterdr\u00fccken, beiseite zu schieben und lieber den Erwartungen anderer zu entsprechen. Der Druck wuchs. Doch etwa 2010 begann es belastend zu werden, auf eine Art, die auch meinen Alltag zu beeinflussen begann. Die Gedanken begannen nur noch um das eine Thema zu kreisen, die Konzentration auf meine Arbeit wurde immer schwerer und soziale Kontakte begannen zunehmend darunter zu leiden. Ich begann mich abzukapseln. Als wir 2013 von einer ausgedehnten USA Reise zur\u00fcckkehrten, merkte ich auf einmal, dass es so nicht mehr weitergehen konnte und ich etwas \u00e4ndern musste, egal was es kosten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nach einigem Hin und her war dann mir und meiner Partnerin Anfang 2014 klar, was passieren musste &#8211; ich bin trans* und meine Geschlechtsidentit\u00e4t ist vielmehr die einer Frau, als die eines Mannes. Also wurden Pl\u00e4ne gemacht und umgesetzt. Seit dem 22. Mai 2014 lebe ich \u00f6ffentlich und privat so wie ich mich f\u00fchle, wie es endlich v\u00f6llig richtig und stimmig ist.<\/p>\n<p>Der lange Kampf mit mir selbst und die lange Besch\u00e4ftigung mit dem Thema, praktisch mein ganzes Leben lang, hat mich zu der Einsicht gebracht, dass es absolut richtig und wichtig war, diesen Schritt zu gehen und das ich es wohl schon fr\u00fcher getan h\u00e4tte, wenn ich mehr, andere und bessere Unterst\u00fctzung und Informationen vorgefunden h\u00e4tte. Genau dies m\u00f6chte ich nun mithelfen zu verbessern und engagiere mich daher ehrenamtlich in verschiedenen Gruppen und Organisationen.<\/p>\n<p>Dies ist meine <em><a href=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/trans\/\">Trans* Identit\u00e4t<\/a><\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage nach Identit\u00e4t wurde zu einem zentralen Teil meiner pers\u00f6nlichen Entwicklung. 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