{"id":1990,"date":"2022-05-21T22:37:25","date_gmt":"2022-05-21T20:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/?p=1990"},"modified":"2022-06-08T12:44:55","modified_gmt":"2022-06-08T10:44:55","slug":"e-autos-machen-dick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/e-autos-machen-dick\/","title":{"rendered":"E-Autos machen dick!"},"content":{"rendered":"<p>Seit gut einem dreiviertel Jahr fahren wir nun elektrisch. Und um das gleich vorweg zu nehmen, ich w\u00fcrde unseren kleinen VW e-Up nicht wieder gegen einen Verbrenner tauschen wollen! Das f\u00e4ngt schon mit dem Fahrgef\u00fchl an &#8211; Ruhe. Kein st\u00e4ndig murmelnder Motor, keine Schaltpausen w\u00e4hrend der Fahrt durch ein Getriebe, Automatik oder nicht, keine Drehzahll\u00f6cher. Einfach eine ruhige und kontinuierliche Fahrt, einzige Ger\u00e4usche sind der Fahrtwind und das Abrollger\u00e4usch der Reifen auf der Stra\u00dfe. Es ist einfach gro\u00dfartig!<\/p>\n<p>Etwas anderes macht mir auch noch allergr\u00f6\u00dfte Freude, jeden Tag und immer wieder: Bremsen! Im Stra\u00dfenverkehr kommt man ja nicht darum herum, irgendwann muss man auch wieder verz\u00f6gern und bremsen. Bei Verbrennern hat es mich immer schon massiv gest\u00f6rt, dass man in der einen Minute gro\u00dfe Mengen an Energie in die Beschleunigung der gro\u00dfen Masse des Autos steckt, nur um sie in der n\u00e4chsten Minute gleich wieder zu vernichten, oder besser gesagt verheizen, in den Bremsen &#8211; im wahrsten Sinne verheizen, denn in den Bremsen wird die Bewegungsenergie schlicht in jede Menge W\u00e4rme umgesetzt. Eine absolute Energieverschwendung. Nicht so in einem E-Auto! Wenn ich dort den Fu\u00df vom Strompedal nehme, dann wird der Motor zum Generator und erzeugt aus der Bewegungsenergie wieder elektrische Energie, die zur\u00fcck in die Batterie des Autos gespeist wird. Das wird Rekouperation genannt. Jetzt habe ich keinerlei schlechtes Gewissen mehr beim Bremsen.<\/p>\n<p>In den letzten Monaten habe ich mich mit vielen Menschen \u00fcber E-Autos unterhalten, man f\u00e4llt damit ja schon etwas auf und wird auch gefragt. Es werden dabei immer wieder \u00e4hnliche Fragen gestellt und auch \u00e4hnliche Dinge vermutet. Daher dachte ich mir, ich r\u00e4ume mal mit einigen der Vorurteilen auf, aus ganz konkreter Erfahrung und auch etwas gesammeltem Wissen.<\/p>\n<h3>Aber die Reichweite!?<\/h3>\n<p>Das ist wohl der am meisten genannte Grund, warum Menschen noch skeptisch gegen\u00fcber E-Autos sind. Es ist auch einigerma\u00dfen nachvollziehbar. Unser e-Up hat einen 35kWh Akku und damit eine angegebene Reichweite, die im \u00dcbrigen auch im Alltag tats\u00e4chlich erreicht wird, von ca. 255km. Das klingt auf Anhieb nach nicht viel, mit unseren Verbrennern schaffen wir mit einer Tankf\u00fcllung das Dreifache oder mehr.<\/p>\n<p>Doch ist das wirklich relevant? Wann f\u00e4hrt man denn wirklich mal gro\u00dfe Strecken? Ja, freilich, es gibt Menschen, die machen das oft und regelm\u00e4\u00dfig. F\u00fcr die k\u00f6nnte das dann wirklich zu einem Problem werden. Doch die allermeisten fahren im Schnitt deutlich weniger als diese 255km am Tag &#8211; am Tag, wohlgemerkt. Die Strecke, die wir am allermeisten und fast jeden Tag fahren, ist der Weg ins B\u00fcro und zur\u00fcck. Das sind ca. 8km Hinweg und 8km R\u00fcckweg, also 16km pro Tag. Jeden Tag. Das war&#8217;s. Mit der Gesamtreichweite des Akkus von 255km k\u00f6nnen wir das also an gut 15 Tagen machen, gut drei Wochen (bei f\u00fcnf Werktagen). Alle drei Wochen einmal laden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Alltag von uns und den meisten Menschen ist die Reichweite eines halbwegs aktuellen E-Autos kein echtes Problem. Wir laden etwas \u00f6fter, denn man soll den Akku auch etwas schonen und nicht immer zu 100% aufladen, auch nicht bis auf fast 0% entladen. Also laden wir nur bis ca. 80% und laden sp\u00e4testens wieder bei 15-20%. Wir nutzen damit effektiv nur ca. 60% der Kapazit\u00e4t, weil wir 100% auch gar nicht brauchen, nicht im Alltag.<\/p>\n<p>In der Regel laden wir also einmal pro Woche, an der heimischen Schuko Steckdose. Das ist zwar langsam, aber auch keinerlei Problem. Das Auto l\u00e4sst sich so einstellen, dass es bis morgens um acht Uhr automatisch 80% l\u00e4dt, d.h. wir schlie\u00dfen es am Abend an und es f\u00e4ngt irgendwann in der Nacht alleine an zu laden, damit es morgens um acht, wenn wir zur Arbeit wollen, wieder den Zielladestand von 80% erreicht hat. Fertig. Dazu habe ich noch den Ladestrom reduziert, um unsere olle Schuko Steckdose etwas zu schonen (sonst wird das alles schon ein wenig warm).<\/p>\n<p>Alltag ist f\u00fcr uns also absolut kein Problem. Und Alltag, das ist die weit \u00fcberwiegende Nutzung des Autos, bestimmt 90%, vor allem bemessen an der Lebenszeit des Autos.<\/p>\n<h3>Aber wenn ich mal in Urlaub fahren will?<\/h3>\n<p>Ja, gar keine Frage, mit maximal 255km Reichweite erscheint eine Fahrt nach Frankreich, Spanien, Italien oder auch an die Deutschen Nord- und Ostseestr\u00e4nde nicht sehr praktikabel. Aber ist das wirklich ein Problem? Ich habe dazu drei Gedanken.<\/p>\n<p>Als erstes frage ich mich, wie oft macht das jemand? Es gibt Menschen, die machen das oft und regelm\u00e4\u00dfig. Nur, wieviele sind das? Wir zumindest geh\u00f6ren nicht dazu, wir haben schon alleine gar nicht soviel Urlaub. Wie zuvor beschrieben, ist das Gros unserer Nutzung die Fahrt von und zur Arbeit, Urlaubsfahrten kann ich pro Jahr an einer Hand abz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Also denke ich mir, und das ist sozusagen der zweite Punkt, wenn ich so selten so lange Strecken fahren will, muss ich dann daf\u00fcr die Entscheidung f\u00fcr ein Auto abh\u00e4ngig machen? Oder z\u00e4hlt nicht eher die weit \u00fcberwiegende Nutzung? Die Antwort ist zumindest mir schnell klar geworden, nat\u00fcrlich \u00fcberwiegt die mehrheitliche Nutzung, nicht die Hand voll anderen Gelegenheiten, f\u00fcr die es n\u00e4mlich auch andere L\u00f6sungen gibt.<\/p>\n<p>Sollte ich in die Verlegenheit kommen, mal 1000km oder mehr mit einem Auto fahren zu m\u00fcssen, dann kann ich f\u00fcr diese paar Tage auch bspw. einen Mietwagen nehmen. Oder mit der Bahn fahren und vor Ort einen Mietwagen nehmen. Ja, das Auto hat in der Anfangszeit mit billigem Sprit das Reisen erschwinglich gemacht. Doch das ist heute, denke ich, in mehrfacher Hinsicht nicht mehr richtig. Kraftstoff wird, v\u00f6llig zu Recht, immer teurer und die anderen Verkehrsmittel daf\u00fcr im Vergleich preiswerter (nicht billiger, nur preiswerter). Wir m\u00fcssen diese Langstreckenfahrten ohnehin \u00fcberdenken und uns ernsthaft fragen, wie sinnvoll es ist, unsere eigene Karre bis nach S\u00fcd Spanien zu fahren? Muss das sein? Gibt es nicht andere M\u00f6glichkeiten? Ich denke, diese M\u00f6glichkeiten gibt es zunehmend und diese sollten wir auch nutzen.<\/p>\n<h3>Langstrecken &#8211; Kalorienbomben<\/h3>\n<p>Trotzdem sind l\u00e4ngere Strecken mit modernen E-Autos kein un\u00fcberwindbares Problem. Zu Hause lade ich, zur Schonung von Akku und unseren alten Stromleitungen, mit ca. 2,5kW. Da ich nur max. 60% laden muss sind das 21kWh, mit Verlusten etc. also ca. 10 Stunden. Am Abend nach Feierabend angesteckt, am Morgen wieder frisch. Alles gut. Das kann man aber nat\u00fcrlich nicht auf einer l\u00e4ngeren Strecke machen.<\/p>\n<p>Die Vorsicht beim Laden und Entladen des Akkus muss man auch nicht immer walten lassen. Ich mache es f\u00fcr den \u00fcberwiegenden Anwendungsfall, unseren Alltag, diese gut 90% der Lebensdauer das Fahrzeugs. In den restlichen 10% kann man auch mal etwas &#8222;Gas&#8220; geben, also auf mehr als 80% laden und auch deutlich schneller, als mit einer mickrigen Schuko Steckdose. Daf\u00fcr sollte das Auto eine Gleichstrom Ladevorrichtung haben, einen sogenannten CCS Stecker. Damit k\u00f6nnen Ladeleistungen von 150kW und mehr erreicht werden! 150kW! Unser kleiner Akku w\u00e4re damit in 14 Minuten von 0% wieder auf 100%. W\u00e4re, denn der e-Up kann keine 150kW, aber immerhin ca. 50kW und das auch nur in den unteren und mittleren ca. 50%, je voller der Akku wird, desto langsamer wird es.<\/p>\n<p>In der Praxis hei\u00dft das dann schlicht, nach knapp 2h Stunden Fahrt gibt es eine kleine Ladepause von 15 bis 30 Minuten. Zeit genug f\u00fcr einen Kaffee und vielleicht einen kleinen Snack. Gleichstrom (DC) Ladestationen gibt es inzwischen eine ganze Menge entlang der Autobahnen. Gro\u00dfe Sorgen keine Station zu finden, braucht man sich also nicht zu machen. Aber ja, das ist ganz sicher noch ausbauf\u00e4hig, viele Ladepl\u00e4tze sind es oft nicht und je mehr E-Autos unterwegs sind, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann auch belegt sind. Die Technologie ist auch noch etwas jung und so kommt es auch immer wieder zu Ausf\u00e4llen der S\u00e4ulen etc.<\/p>\n<p>Auch die Bezahlung an den S\u00e4ulen ist immer wieder ein Problem. Es gibt mehrere Dutzend Betreibergesellschaften und jede hat ein eigenes Bezahlsystem. Meist funktioniert das dann \u00fcber eine kontaktlose Chipkarte des Anbieters. In der Regel kann auch mit einer Handy-App irgendwie ein Bezahlvorgang ausgel\u00f6st werden, doch das ist dann eben jedesmal wieder ein Akt. Inzwischen gibt es auch eine Reihe von Verb\u00fcnden, die auch untereinander abrechnen, d.h. man kann mit Ladekarten von Anbieter A auch an S\u00e4ulen von Anbieter B laden, kostet dann nur etwas mehr. Wir haben \u00fcber den ADAC eine Ladekarte im Netz von EnBW und das klappt fast \u00fcberall, wenn auch nicht immer zum g\u00fcnstigsten Tarif.<\/p>\n<p>Gerade haben wir zwei etwas l\u00e4ngere Strecken gefahren und es war v\u00f6llig unproblematisch. Meine Eltern wohnen knapp 260km entfernt, also zuviel f\u00fcr unser kleines E-Autochen, selbst wenn wir, was man nie tun sollte, von 100% auf 0% runter fahren w\u00fcrden. Also war ein Ladestopp unausweichlich. F\u00fcr Android gibt es eine tolle kostenlose App namens &#8222;EVMap&#8220;, die auf eine durch eine Community erstellte Datenbank von Ladestationen zugreift. Dort sind wohl alle m\u00f6glichen Ladepunkte verzeichnet, die man sich nur vorstellen kann! Und nicht nur einfach in der Karte markiert, sondern direkt mit allen wichtigen Informationen hinterlegt: Wieviele Ladepunkte, welche Stecker Typen, welche Leistungen, wo findet man die S\u00e4ulen (oft sind die etwas versteckt) etc. Dazu auch noch aktuelle Information zum aktuellen Zustand, Fehlermeldungen und seit Neuestem f\u00fcr einige Ladepunkte sogar ein Echtzeitstatus, also ob der Ladepunkt gerade belegt ist oder nicht.<\/p>\n<p>Mit der Sicherheit dieser App sind wir dann also los. Als der Akku in Richtung 40% ging, ich hatte am Morgen noch einen Nachschlag auf gut 90% gegeben, sind wir an der Rastst\u00e4tte Pfungstadt abgefahren, die Schnelllades\u00e4ulen befinden sich, wie in EVMap beschrieben, nicht an der Tankstelle sondern am Restaurant. Beide waren frei, CCS Stecker ins Auto, Ladekarte ans Terminal gehalten, Vorgang gestartet, fertig, knapp 40kW Ladeleistung. Es war ein sch\u00f6ner sonniger Tag, ein gem\u00fctlicher kleiner Spaziergang zur\u00fcck zur Tankstelle (denn das Restaurant war geschlossen!?), einen Kaffee und ein Eis geholt, gem\u00fctlich zur\u00fcck zum Auto, Eis gegessen und Kaffee getrunken und nach knapp 30 Minuten konnte es weitergehen, im Akku waren wieder gut 80%, mehr als genug, um zu meinen Eltern zu kommen.<\/p>\n<p>Das war also alles total entspannt. Ich muss auch sagen, dass ich diese Pausen, auch wenn sie nicht ganz freiwillig sind, doch eher sch\u00e4tze. Die ganze Fahrt war dadurch deutlich stressfreier und entspannter. Ja, nat\u00fcrlich, es dauert ein wenig l\u00e4nger, als wenn wir mit dem Verbrenner am St\u00fcck durchgeknallt w\u00e4ren. Doch da kam ich auch immer etwas genervt und leicht gestresst an. Jetzt sehr entspannt und zudem noch einen ganz anst\u00e4ndigen Kaffee und leckeres Eis unterwegs gehabt. Es besteht also durchaus die Gefahr, dass E-Auto fahren zu einem erh\u00f6hten Kalorienkonsum f\u00fchrt \ud83d\ude42<\/p>\n<h3>Aber der Strom kostet doch so viel!<\/h3>\n<p>Schaut man in die Ladetarife der S\u00e4ulenanbieter, dann kann es einem schon etwas anders werden. Je nach Anbieter und auch je nachdem wieviel Leistung die S\u00e4ule hergibt, kann die kWh schonmal 60 Cent und mehr kosten. Was!? Zu Hause bezahle ich weniger als die H\u00e4lfte!?<\/p>\n<p>Ja, das ist schon richtig, dachte ich anf\u00e4nglich auch. Doch man sollte auch bedenken, dass der Standort Geld kostet, die fetten Stromanschl\u00fcsse, die f\u00fcr 150kw oder mehr an dem Ladepunkt n\u00f6tig sind und das das auch nicht immer 100% benutzt wird &#8211; sonst w\u00e4ren ja nie Punkte frei. Also auch die Betreiber haben signifikante Zusatzkosten, neben eben dem reinen Strom. Ich sehe das also so, dass ich f\u00fcr die Dienstleistung der Bereitstellung dieser Schnellladepunkte zahle, nicht nur f\u00fcr den Strom.<\/p>\n<p>Davon abgesehen, m\u00fcssen wir auch \u00fcber den Verbrauch sprechen. Mit unserem Verbrenner h\u00e4tten wir bei sparsamer Fahrweise noch immer ca. 8 Liter Benzin auf 100km verbraucht, also auf die 260km w\u00e4ren dies ca. 20,8 Liter Benzin gewesen. Nehmen wir sogar mal alte Spritpreise von eher 1,60EUR pro Liter an, dann sind das gut 33EUR f\u00fcr die 260km Strecke (aktuell bei knapp 2EUR w\u00e4ren dies \u00fcber 40EUR!).<\/p>\n<p>Und jetzt schauen wir mal auf unseren e-Up. Im Alltag haben wir einen Verbrauch von ca. 11,5kWh pro 100km &#8211; ja, richtig gelesen, 11,5kWh. E-Autos sind im Stadtverkehr super sparsam. Auf Autobahn und Langstrecke geht der Verbrauch dann etwas nach oben, je nach Geschwindigkeit. Ich fahre mit dem Kleinen dann eher langsam, so um die 100-110km\/h, damit kommen wir dann auf gute 12kWh pro 100km. Noch immer sehr sparsam. Aber nehmen wir mal an, man f\u00e4hrt etwas z\u00fcgiger, hat noch etwas Heizung oder Klimaanlage an etc. und kommt so auf 15kWh pro 100km. Dann w\u00e4ren dies f\u00fcr die Strecke von 260km etwa 39kWh, insgesamt. Und dann nehmen wir noch an, wir erwischen eine echt teure Schnellades\u00e4ule und laden den gesamten Verbrauch der Strecke zu 0,60EUR pro kWh. Dann w\u00e4ren das unter diesen wirklich Maximalbedingungen, ca. 23,40EUR Kosten f\u00fcr die gesamte Strecke. Also selbst in diesem Worst-Case Szenario noch immer 10EUR weniger, als zu billig Sprit Zeiten und knapp die H\u00e4lfte der Kosten zu aktuellen Sprit Preisen.<\/p>\n<p>Und wie gesagt, das war Worst-Case. Wir sind nicht 120km\/h gefahren und wir haben zu 0,51EUR\/kWh geladen, zudem haben wir zu Hause vorgeladen und nur gut 40% an der Rastst\u00e4tte nachgeladen, d.h. \u00fcber 50% der Stromkosten waren noch zum Haushaltstarif von unter 0,30EUR\/kWh.<\/p>\n<p>Im Alltag laden wir fast ausschlie\u00dflich zu Hause an der guten alten Schuko Steckdose, zu besagten knapp 0,30EUR\/kWh, wir fahren haupts\u00e4chlich Stadtverkehr mit 11-12kWh pro 100km und kommen so also auf Stromkosten von vielleicht 3,50EUR pro 100km. Das ist etwa ein Viertel (!) der Spritkosten des Verbrenners, und das bei wirklich optimistisch angenommenem Sprit Verbrauch und Sprit Preisen.<\/p>\n<p>Daher nein, E-Auto Strom ist nicht teuer, im Gegenteil, das Fahren mit dem E-Auto ist unter dem Strich um ein Vielfaches billiger als mit dem Verbrenner. Und einen Teil des gesparten Geldes kann man dann guten Gewissen in ein paar Genussmittel bei der Ladepause investieren &#8211; den Kaffee und das Eis haben wir praktisch, trotz der Autobahn-Mondpreise, kostenlos bekommen und noch immer Geld gespart \ud83d\ude42<\/p>\n<h3>Doch wenn der Akku kaputt geht? Wie lange h\u00e4lt der denn?<\/h3>\n<p>Wir alle kennen das wohl von unseren Handys, nach zwei oder drei Jahren h\u00e4lt der Akku kaum noch einen Tag durch oder zumindest viel weniger lange, als es am Anfang war. Akkus verschlei\u00dfen, richtig. Und sie altern. Nur wann? Und wieviel? In den Anfangstagen der E-Autos waren sich offenbar sogar die Hersteller genauso unsicher dar\u00fcber, wie wir Verbraucher*innen. Einige boten daher Miet-Akkus an, d.h. man hat das Auto gekauft, den verbauten Akku aber gemietet und es gab dazu vom Hersteller eine Mindeskapazit\u00e4tsgarantie, wenn diese Kapazit\u00e4t unterschritten wurde, dann w\u00fcrde der Mietakku kostenlos getauscht.<\/p>\n<p>Mit den Jahren wuchs die Erfahrung und heute werden keine Akkus mehr vermietet, sie sind im Kaufpreis enthalten. Auch geben die Hersteller durchweg recht umfangreiche Garantien auf diese Kaufakkus, z.B.:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;gew\u00e4hrt Volkswagen AG dem K\u00e4ufer eines fabrikneuen elektrisch betriebenen BEV-Fahrzeuges deshalb bei korrektem Gebrauch f\u00fcr acht Jahre (oder bis zu 160.000 Kilometern Fahrleistung, je nachdem, welches Ereignis zuerst eintritt) eine Garantie, dass die nutzbare Kapazit\u00e4t Ihrer Batterie 70% nicht unterschreitet.<\/p><\/blockquote>\n<p>Renault, ein Vorreiter bei den Batterie beriebenen E-Autos in Europa und mit dem Renault Zo\u00eb das zur Zeit meistverkaufte E-Auto, hat die Erfahrungen der letzten Jahre ausgewertet. Die Ergebnisse sind erfreulich!<\/p>\n<p>Weniger als 1% der Akkus hatten bisher einen ernsthaften Schaden. Selbst wenn etwas schadhaft war, kann dies in der Regel, dank der modularen Bauweise, kosteng\u00fcnstig durch den Tausch einzelner Module repariert werden. Nach \u00fcber 10 Jahren hatten die meisten Akkus noch eine Restkapazit\u00e4t von deutlich \u00fcber 70% &#8211; und das wohl gemerkt im Durchschnitt. Gesamt rechnet Renault inzwischen mit Lebensdauern der Akku Pakete von \u00fcber 25 Jahren. Deutlich mehr also, als die durchschnittliche Lebensdauer der Autos selbst.<\/p>\n<p>In den Akkus stecken eine Menge wertvolle Materialien. Stirbt das Auto vor dem Akku, was offenbar durchaus wahrscheinlich ist, kann das Akku Paket noch einige Jahre ein zweites Leben als Betteriespeicher bspw. f\u00fcr Solaranlagen haben. Geht der Akku dann seinem endg\u00fcltigen Lebensende entgegen, k\u00f6nnen die meisten wertvollen Rohstoffe aus den Akkus auch wiederverwertet werden, es entsteht ein Kreislauf.<\/p>\n<p>Aktuell stehen wir noch am Anfang dieses Kreislaufs, wir m\u00fcssen noch viel mehr neue Akkus bauen, bis wir anfangen k\u00f6nnen, den Kreis zu schlie\u00dfen. Aber es ist absehbar, dass dies passieren wird, womit dann auch der Rohstoffbedarf sinken wird.<\/p>\n<h3>Kann ich die Batterielebensdauer selbst beeinflussen?<\/h3>\n<p>F\u00fcr die aktuell vorherrschenden auf Lithium basierende Akku Technologie, egal ob Lithium Ionen, Lithium Polymer oder Lithium Eisen Phosphat, gibt es ein paar einfache Grundregeln, die das Akku Leben deutlich verl\u00e4ngern &#8211; was im \u00dcbrigem auch f\u00fcr den Handy oder Laptop Akku gilt:<\/p>\n<ul>\n<li>Nicht immer sofort wieder aufladen &#8211; Akkus m\u00f6gen es nicht, immer sofort wieder aufgeladen zu werden, jeder Ladevorgang ist auch Verschlei\u00df.<\/li>\n<li>Nicht immer auf 100% voll laden &#8211; die letzten 10-20% erzeugen den meisten Verschlei\u00df. Also lieber nur bis 90% oder besser noch nur bis 80% laden, wenn m\u00f6glich. Vereinzelt mal bis 90% oder sogar 100% zu laden ist schon in Ordnung, doch das sollte eben nicht die Regel sein. E-Auto Hersteller sagen auch, wenn man auf h\u00f6here Kapazit\u00e4ten l\u00e4dt, dann am besten auch direkt losfahren und das Auto nicht mit voller Ladung stehen lassen.<\/li>\n<li>Nicht auf minimale Akku St\u00e4nde herunter entladen, insbesondere nicht nahe 0%! Akkus m\u00f6gen es \u00fcberhaupt nicht, tief entladen zu werden. Das ist noch schlimmer, als voll laden. Bis runter auf ca. 20% ist in Ordnung (VW empfiehlt im Winter sogar nur bis ca. 40%) und dann bald wieder auf ca. 80% laden.<\/li>\n<li>Schnelladen vermeiden &#8211; Laden mit einem DC Schnellader stresst den Akku und verschlei\u00dft ihn schneller. Wenn man die Zeit hat, am besten langsam \u00fcber Nacht laden. Auch hier gilt wieder, ab und zu ist das alles kein Problem, auf einer Langstreckenfahrt zum Beispiel, aber man sollte es besser nicht zur Regel machen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Aber wenn das nun alle machen, dann bricht doch das Stromnetz zusammen?<\/h3>\n<p>Also jetzt mal langsam&#8230; Wir stellen uns ein typisches Wohngebiet vor, viele Menschen fahren morgens zur Arbeit und kommen Abends nach Hause. Laut statistischem Bundesamt fahren die meisten Pendler zwischen 5km und 25km am Tag &#8211; ca. 78%. Niemand hat zu Hause eine 150kW Schnelladestation, allenfalls eine 11kW Wallbox. Akkus haben heute eine Kapazit\u00e4t von deutlich mehr als 30kWh.<\/p>\n<p>Alleine das f\u00fchrt schon dazu, dass klar wird, dass es eine v\u00f6llig falsch Annahme ist, dass alle nach 18:00Uhr, wenn sie von der Arbeit kommen, sofort wieder ihr Auto laden w\u00fcrden und dann alle sofort eine maximale Leistung br\u00e4uchten. Die Annahme einer 100% Gleichzeitigkeit ist Unsinn und die Annahme von einer irrwitzigen Ladeleistung ebenso. Wenn \u00fcberhaupt geladen werden muss, was ja dann eher nur ein bis zweimal in der Woche der Fall sein wird, dann ist die Ladeleistung pro Fahrzeug eher nur maximal 11kW, in meisten F\u00e4llen sogar noch darunter.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man auch sagen, 11kW seien auch schon viel! Wenn das viele machen, das h\u00e4lt das Netz nicht aus! Dazu muss man dann eben mal 11kW in Relation setzen. Ja, 11kW ist schon viel, aber auch nicht utopisch. Jeder durchschnittliche Warmwasser Durchlauferhitzer hat eine deutlich h\u00f6here maximale Energieaufnahme, da reden wir von 20kW und mehr! Backofen und Herd k\u00f6nnen auch leicht zwei, drei oder vier kW verbraten, Waschmaschine und Trockner auch jeweils ein bis zwei kW &#8211; ein etwas besserer F\u00f6hn hat fast 1kW. Wir haben also eine ganze Reihe von anderen Verbrauchern ohnehin schon im Haushalt, die auch locker auf zusammen 11kW und mehr kommen und noch ist kein Netz deswegen zusammengebrochen.<\/p>\n<p>Auch sollte man bedenken, dass viele Ortsnetze auf den Betrieb von Nachtspeicherheizungen ausgelegt wurden und noch sind. Dort sind Nachts dann zur gleichen Zeit, also mit 100% Gleichzeitigkeit, alle Elektro-Heizungen zum &#8222;Laden&#8220; angegangen, mehrere kW pro solcher Heizk\u00f6rper (so 3-6kW pro St\u00fcck!) und davon mehrere pro Haushalt &#8211; 11kW an nur ein oder zwei N\u00e4chten pro Woche sind dagegen eine Kleinigkeit.<\/p>\n<p>Die Sicherheit der Stromnetze sollte unsere kleinste Sorge sein. Das viel gr\u00f6\u00dfere Problem ist, woher der Strom in den Netzen kommt.<\/p>\n<h3>Ich warte lieber auf Wasserstoff&#8230;<\/h3>\n<p>Die Wasserstoff Technologie ist gerade in aller Munde und wird als Heilsbringer f\u00fcr Vieles versprochen, doch da bin ich eher verhalten optimistisch. Ja, Wasserstoff ist ein toller Energietr\u00e4ger, hat aber auch einige gro\u00dfe Probleme.<\/p>\n<p>Es f\u00e4ngt damit an, dass der ganze Wasserstoff irgendwoher kommen muss. Daf\u00fcr gibt es zwei M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<ol>\n<li>chemische Abspaltung aus Erdgas<\/li>\n<li>Elektrolyse aus Wasser, H2O + Strom -&gt; H2 + O<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der chemische Weg aus Erdgas verbietet sich sofort, denn dabei fallen Tonnen an Methan und CO2 an, die dann (hoffentlich) aufw\u00e4ndig irgendwie abgeschieden und gespeichert werden m\u00fcssen. Zudem haben wir gerade das akute Problem, den Erdgas Verbrauch senken zu m\u00fcssen, nicht umgekehrt! Und selbst wenn es nicht die geopolitische Lage w\u00e4re, die uns dazu zwingt, so m\u00fcssen wir es auch aus Klimaschutzgr\u00fcnden sowieso.<\/p>\n<p>Also bleibt nur der Weg \u00fcber die Elektrolyse. Elektrolyse ist recht einfach, man f\u00fcllt ein Gef\u00e4\u00df mit Wasser, gibt ein paar Ionen hinzu (etwas Salz aufl\u00f6sen), h\u00e4ngt zwei Dr\u00e4hte in den Tank und schlie\u00dft eine elektrische Gleichspannung an &#8211; schon blubbert am einen Draht Wasserstoff am anderen Sauerstoff heraus. Den Sauerststoff entl\u00e4sst man in die Luft, den Wasserstoff f\u00e4ngt man auf, komprimiert ihn (auf bis zu 700 bar !) und kann ihn dann andernsorts verwenden. Wasserstoff kann wieder mit Sauerstoff verbrannt werden, die Flammen sind sehr hei\u00df und als Abgas entsteht wieder Wasserdampf &#8211; und eben kein CO2. Oder in einer Brennstoffzelle kann wieder Strom gewonnen werden, ebenfalls wieder mittels Sauerstoff und Wasser als Abfallprodukt.<\/p>\n<p>Das klingt zun\u00e4chst prima! Nur Wasser als Abfall? Na super, los geht&#8217;s!<\/p>\n<p>Das Problem ist die Effizienz, also wieviel Energie am Ende genutzt werden kann im Vergleich zur ben\u00f6tigten Energie zur Erzeugung. Jeder Schritt in der Kette hat eine eigene Effizienz und in der Kette addieren sich dann die Verluste.<\/p>\n<p>Der Wirkungsgrad der Elektrolyse liegt bestenfalls bei 90%, die einfachsten Verfahren aber eher bei so 60%, d.h. von den 100% Energie, die man hinein steckt, bekommt man Wasserstoff im &#8222;Wert&#8220; von 60% bis maximal 90% heraus. Das ist nicht so super. Die Brennstoffzelle wiederum hat einen Wirkungsgrad von bis zu 70%, die in Autos \u00fcblichen Modelle aber eher nur um die 60%. Das hei\u00dft alleine Elektrolyse und Nutzung haben schon einen Gesamtwirkungsgrad von h\u00f6chsten 50%, eher noch viel weniger, denn am Wasserstoff h\u00e4ngt noch mehr.<\/p>\n<p>Produzierter Wasserstoff muss zum Transport hoch komprimiert werden, besagte bis zu 700 bar. Das kostet eine Menge Energie. Oder stark heruntergek\u00fchlt bis zur Verfl\u00fcssigung bei minus 259 Grad Celsius, was auch wieder viel Energie kostet. Dann der Transport und aufrecht erhalten der Temperatur oder des Drucks. Also alleine bei Herstellung, Lagerung und Transport gehen gro\u00dfe Mengen Energie verloren.<\/p>\n<p>Gerade in Autos ist Wasserstoff auch noch in anderer Hinsicht problematisch. Das f\u00e4ngt damit an, dass Wasserstoff ein sehr reaktionsfreudiges Gas ist. Man muss also schon etwas aufpassen, dass man es auch sicher einsperrt, da es sonst leicht explosionsgef\u00e4hrlich wird. Gerade in einem Auto muss es also so eingeschlossen werden, dass es bspw. bei einem Unfall nicht leicht entweichen und zu einer Gefahr werden kann. Drucktanks mit mehreren hundert Bar Druck sind also keine wirklich gute M\u00f6glichkeit. Sogenannte Metallhydrid Speicher sind eine Alternative. In diesen wird der Wasserstoff chemisch an Metallwolle gebunden, es entsteht das Metallhydrid, von dem der Wasserstoff dann bei Bedarf wieder gel\u00f6st werden kann. Das Metalhydrid ist recht passiv und sicher.<\/p>\n<p>Das hat nur zwei Probleme. Erstens erh\u00f6ht das nat\u00fcrlich das Volumen und damit auch das Gewicht. Das zweite und noch gr\u00f6\u00dfere Problem ist, dass wieder Energie aufgewendet werden muss, um den Wasserstoff von dem Metall zu l\u00f6sen. Dazu muss das Metallhydrid auf mehrere hundert Grad Celsius erhitzt werden. Die Energie daf\u00fcr muss auch irgendwoher kommen, was also den Wirkungsgrad noch weiter verringert. Das zweite Problem ist, dass auch die Brennstoffzellen f\u00fcr im Auto ben\u00f6tigte Leistungen von 60kW und mehr gewaltige Ausma\u00dfe und Gewicht annehmen. W\u00e4hrend sich PKW E-Motoren im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor wie ein Schuhkarton ausnehmen, so wirkt eine entsprechende Brennstoffzelle schon eher wieder fast wie der Klotz des Verbrenners und ist auch entsprechend schwer. Und zuguterletzt werden f\u00fcr die Herstellung einer Brennstoffzelle auch noch jede Menge Edelmetalle ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung von Wasserstoffspeicher, Brennstoffzelle und E-Motor im Fahrzeug hat nur einen einzigen Vorteil: Schnelleres wiederbef\u00fcllen. In allem anderen hat es entweder gar keine Vorteile oder sogar deutliche Nachteile. Der Gesamtwirkungsgrad ist um ein Vielfaches schlechter, als der von Batterie E-Autos, das Gewicht der Fahrzeuge ist in etwa das gleiche und der Wirkungsgrad im Fahrzeug ist dramatisch schlechter &#8211; unter 60% f\u00fcr Brennstoffzellenfahrzeuge zu etwa 90% bei Batterie E-Autos.<\/p>\n<p>Aktuelle Brennstoffzellenfahrzeuge haben eine Reichweite von ca. 700km. Batterielektrische Fahrzeuge gleicher Preisklasse stehen dem nicht viel nach. Die Ladeleistung aktueller E-Autos mit 150kW und mehr verk\u00fcrzt die Ladezeiten deutlich. Die wenigen Vorteile der Brennstoffzellenfahrzeuge schrumpfen mit jeder neuen Generation von Batterie Fahrzeugen, der geringe Wirkungsgrad der Wasserstoffkette bleibt. Strom brauchen sie auch noch immer, zur Erzeugung des Wasserstoffs. Wenn wir einen gro\u00dfen \u00dcberschuss an regenerativem Strom h\u00e4tten, dann k\u00f6nnten wir uns vielleicht den Luxus von Wasserstoff als Energietr\u00e4ger f\u00fcr Autos leisten. Haben wir aber nicht. Und, Strom, den ich direkt in mein E-Auto stecken kann, kann ich auch zu Hause auf meinem Dach mit der eigenen Photvoltaik Anlage erzeugen. Wasserstoff? Eher nicht.<\/p>\n<p><strong>Update, 8.6.22:<\/strong> Es scheint, dass ich an dem Punkt mit den Wasserstofftanks f\u00fcr Autos nicht ganz up-to-date war. Es gibt wohl in der Tat zugelassene Druckbeh\u00e4lter mit 300bar aufw\u00e4rts als auch Tanks f\u00fcr tiefgek\u00fchlten Wasserstoff. Es muss wohl also nicht unbedingt ein Metallhydridspeicher sein. Doch das macht die Sache nicht viel besser. Der Wirkungsgrad von Wasserstofferzeugung bis zur Regenerierung von Strom f\u00fcr den Antrieb ist nach wie vor um ein vielfaches geringer, als den Strom direkt per Kupferleitung \u00fcber Land ins Auto zu laden. Kann man machen, wenn wir viel zu viel regenerativen Strom h\u00e4tten, haben wir aber nicht.<\/p>\n<h3>Ein E-Auto kann ich mir nicht leisten<\/h3>\n<p>Das ist in der Tat ein Punkt, der mich aktuell auch sehr besorgt. Mobilit\u00e4t ist eine zentrale Notwendigkeit in unserer Gesellschaft. In den meisten Gegenden schier unabdingbar, ohne Individualverkehr kein Job und\/oder keine Teilhabe an gesellschaftlichem Leben. Die staatlichen Subventionen f\u00fcr E-Autos haben den Markt v\u00f6llig verzerrt und die Preise nach oben schnellen lassen. Selbst kleine E-Autos, wie unser E-Up, kosten 27.000EUR! Das ist v\u00f6llig irre! Abz\u00fcglich der F\u00f6rderungen kommen dann unter dem Strich auch um die 16.000EUR dabei heraus, doch auch das ist f\u00fcr einen solchen Kleinwagen ein stolzer Preis.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderungen wird es nicht dauerhaft geben, wie sich die Preise danach entwickeln, ist nicht klar. Ich vermute aber, drastisch werden die nicht fallen, sonst w\u00fcrden sich auch die Hersteller unglaubw\u00fcrdig machen. Zudem habe ich den Eindruck, dass in der Auto Industrie gerade ein Trend zu eher hochpreisigen Autos herrscht &#8211; gr\u00f6\u00dfer, mit mehr Schnickschnack, mehr Standardausstattung. Das g\u00fcnstigere Segment verschwindet, zugunsten von Fahrzeugen mit gr\u00f6\u00dferen Margen &#8211; oder sollen wir wirklich glauben, dass das Radio mit 4cm gr\u00f6\u00dferem Display wirklich 1000EUR kostet, w\u00e4hrend beim Discounter um die Ecke ein Tablet mit allem Schnickschnack f\u00fcr 300EUR zu haben ist? Hmm&#8230; eher nicht.<\/p>\n<p>Meine gro\u00dfe Sorge ist, dass unsere aktuelle Mobilit\u00e4tswende zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft f\u00fchren wird. Immer weniger Menschen werden sich ein eigenes Auto leisten k\u00f6nnen, mit all den Folgen, die dies dann mit sich bringen wird &#8211; schlechtere Berufsaussichten, weil sie den besseren Job nicht erreichen k\u00f6nnen, schlechtere Teilhabe f\u00fcr sich selbst und ggf. Kinder etc. etc. Das ist nicht gut.<\/p>\n<p>Noch gibt es einen nur sehr eingeschr\u00e4nkten Markt f\u00fcr gebrauchte E-Autos. Dank der guten Haltbarkeit hoffe ich, dass die Gebrauchtwagenpreise E-Autos wieder f\u00fcr mehr Menschen erschwinglich machen.<\/p>\n<h3>Abschluss<\/h3>\n<p>F\u00fcr mich sind batterielektrische Autos der und der einzige Weg in die Zukunft. F\u00fcr das Gros des t\u00e4glichen Individualverkehrs m\u00fcssen Verbrenner so schnell wie m\u00f6glich verschwinden. In einigen wenigen Bereichen k\u00f6nnen sie noch als Br\u00fccke bleiben, doch daf\u00fcr m\u00fcssen so schnell wie m\u00f6glich Alternativen mit elektrischen Antrieben geschaffen werden.<\/p>\n<p>Das non-plus-ultra wird sein, wenn wir alle die Energie, die wir ben\u00f6tigen, auch selbst erzeugen &#8211; Photovoltaik auf dem Dach oder sogar vielleicht auf dem Autodach, wie der Sion von <a href=\"https:\/\/sonomotors.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sono Motors<\/a>. Mit einem angeblichen Solarenergie Ertrag pro Tag f\u00fcr bis zu 30km br\u00e4uchten wir, mit unserer 16km Pendelstrecke, gar nicht mehr an die Steckdose, wie genial ist das denn!? Und das Haus mit Strom versorgen kann der Sion dank bidirektionalem Laden gleich auch noch, d.h. Auto fahren und Licht f\u00fcr zu Hause f\u00fcr Null Euro Energiekosten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit gut einem dreiviertel Jahr fahren wir nun elektrisch. 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