{"id":260,"date":"2015-06-18T19:16:16","date_gmt":"2015-06-18T17:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/?p=260"},"modified":"2015-06-18T19:16:16","modified_gmt":"2015-06-18T17:16:16","slug":"trans-visibility-trans-pride-es-braucht-mehr-helden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/trans-visibility-trans-pride-es-braucht-mehr-helden\/","title":{"rendered":"Trans* Visibility &#8211; Trans* Pride &#8211; Es braucht mehr Helden&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle haben unsere K\u00e4mpfe mit unserem Sein ausgetragen und k\u00e4mpfen sie teils noch, mit uns selbst und mit anderen &#8211; \u00e4hnlich wie es M\u00e5ns Zelmerl\u00f6w in seinem ESC Siegertitel Heroes [1] beschreibt (was f\u00fcr eine geniale Hymne!) &#8211; &#8222;We are the heroes of our time! But we&#8217;re dancing with the deamons in our minds&#8230;&#8220; (Deutsch: Wir sind die Helden unserer Zeit! Aber wir tanzen mit den D\u00e4monen in unserem Geist.&#8220;). Jede_r von uns ist ein_e Held_in! Jede_r auf seine_ihre ganz eigene pers\u00f6nliche Art und Weise. Niemand muss sich daf\u00fcr entschuldigen, wenig Zeit zu haben oder nicht aktivistisch zu sein. Jede_r k\u00e4mpft diesen Kampf so, wie sie_er es kann und muss.<\/p>\n<p>Was mich aktuell sehr ber\u00fchrt ist, dass so viele Trans*-Menschen beginnen, ein <em>wir<\/em> zu entdecken!<br \/>\nNach so vielen Jahren des Einzelk\u00e4mpfertums finden immer mehr den n\u00f6tigen Mut, f\u00fcr ein gemeinsames Ziel einzutreten. F\u00fcr Offenheit und Akzeptanz, f\u00fcr ein leben und leben lassen, f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung und den Respekt gegen\u00fcber dem Anderen. <em>Wir<\/em> sind ganz besondere Helden. Wir k\u00e4mpfen gegen D\u00e4monen, die die allermeisten Menschen nie gesehen haben &#8211; wir k\u00f6nnen sie ihnen nicht zeigen, wir k\u00f6nnen sie ihnen nur beschreiben, von uns erz\u00e4hlen, von unseren Problemen, von unseren K\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das ist es, was es so wichtig und wertvoll macht, <em>irgendwie<\/em> sichtbar zu werden. Sichtbarkeit kann ganz unterschiedlich und dennoch so wichtig und hilfreich sein.<\/p>\n<p>Ob man sich passiv einer Gruppe anschliesst oder pers\u00f6nlich in Erscheinung tritt, beides ist bereits ein gro\u00dfer Schritt in die richtige Richtung. Die, die die eine Gruppe nach au\u00dfen pers\u00f6nlich vertreten, m\u00fcssen sagen k\u00f6nnen, wie gro\u00df ihre Gruppe \u00fcberhaupt ist. Schon alleine deshalb sind auch passive Mitglieder wichtig.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Sichtbarkeit ist das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, dass wir <em>uns<\/em> selbst machen k\u00f6nnen. War nicht f\u00fcr die meisten von uns einer der gr\u00f6\u00dften K\u00e4mpfe, uns selbst zu erkennen und einen Umgang mit unserem Sein zu entwickeln? F\u00fcr uns Trans*-Menschen ist dies so viel schwerer, als f\u00fcr die meisten Cis-Menschen, weil wir kaum oder zumindest fast keine Vorbilder haben. Wir haben (fast) nichts, an dem wir uns orientieren k\u00f6nnen. Das f\u00fchrt zu Konflikten, mit uns selbst und mit anderen. Es erwachen die D\u00e4monen, mit denen wir dann lange zu k\u00e4mpfen haben. Sichtbar zu werden bedeutet daher auch, f\u00fcr andere ein Vorbild zu sein, sie in ihrem Kampf durch unser Vorbild zu st\u00e4rken, sie zu unterst\u00fctzen. Gemeinsam sind wir stark! Mit der eigenen Sichtbarkeit machen wir es anderen bereits so viel leichter, ihren Platz zu finden.<\/p>\n<p>Ein ganz wichtiges Ergebnis, der sonst eher tragischen Ereignisse, der Stonewall Riots [2] war es, dass sich die Homosexuellen endlich aus ihrer bis dahin selbst verordneten Unsichtbarkeit hinaus trauten. Das Unrecht des Polizeieinsatzes wurde zum verbindenden Element und man begann gemeinsam sichtbar zu werden und f\u00fcr die eigenen Rechte einzustehen. Zuvor waren sie \u00e4hnlich zerstritten, wie unsere Trans* Community es hierzulande auch lange Zeit war.<\/p>\n<p>Mein gro\u00dfer Wunsch ist es, dass wir es ohne ein tragisches Ereignis wie Stonewall schaffen, eine solche Gemeinschaft zu gr\u00fcnden. Ich sehe immer wieder, wie Trans*-Menschen darunter leiden, ihren Platz in der Gesellschaft, ja sogar ihre eigene Identit\u00e4t zu finden. Hin und her gerissen zwischen Selbstbild und Fremdbild, die einfach nicht zueinander finden wollen. Ja, ich glaube, dass ein sehr gro\u00dfer Teil der pers\u00f6nlichen Probleme von Trans*-Menschen indirekt durch die Gesellschaft verursacht werden. Nicht b\u00f6swillig, es ist einfach so wie es ist. Transphobe \u00dcbergriffe sind in Deutschland gl\u00fccklicherweise relativ selten. Doch die passive Diskriminierung ist nach wie vor ein gro\u00dfes Problem. Ich glaube, dass dies sogar nichteinmal ein Problem von Transphobie, sondern vielmehr von Xenophobie [3] ist, der Angst vor allem Fremden. Das wir dabei auch noch an einer der Grunds\u00e4ulen der Gesellschaft, dem bin\u00e4ren Geschlechtermodell, r\u00fctteln, macht es nur noch schwerer.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen Ver\u00e4nderungen nicht erzwingen und sollten sie auch nicht als eine Art Dekret einfordern. Es wird Zeit brauchen, um schrittweise unseren Platz und unsere Gruppenidentit\u00e4t zu finden. Das wird nur nie passieren, weder in unseren K\u00f6pfen, noch in den K\u00f6pfen anderer, wenn wir nicht sichtbar sind und es kaum Wissen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe unserer Gruppe gibt.<\/p>\n<p>Sichtbar zu werden oder zu sein bedeutet Kampf &#8211; mit den eigenen und fremden D\u00e4monen. Doch es lohnt sich!<br \/>\nWir k\u00f6nnen damit dazu beitragen, dass es uns allen leichter fallen wird, offen zu uns zu stehen damit die D\u00e4monen zur Ruhe kommen. Endg\u00fcltig besiegen werden wir sie nicht k\u00f6nnen, wie man leider in Russland sieht. Es wird eine lebenslange Aufgabe bleiben, weshalb die Strukturen, die wir aufbauen, auch nachhaltig tragf\u00e4hig sein m\u00fcssen. Es wird auch eine lebenslange Aufgabe bleiben, den Kampf um Sichtbarkeit weiter zu f\u00fchren, damit die D\u00e4monen nicht eines unerwarteten Tages wieder erwachen.<\/p>\n<p>Seit Helden! Seit sichtbar!<br \/>\nSo sichtbar, wie Ihr es f\u00fcr Euch vertreten k\u00f6nnt. Ihr k\u00f6nnt mit Eurem guten Beispiel so vielen Menschen eine unsch\u00e4tzbar gro\u00dfe Hilfe sein &#8211; alleine dadurch, einfach sichtbar zu sein.<br \/>\n[1] M\u00e5ns Zelmerl\u00f6w &#8211; Heroes<br \/>\n<a class=\"postlink\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5sGOwFVUU0I\" target=\"_blank\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5sGOwFVUU0I<\/a><\/p>\n<p>[2] Stonewall Riots<br \/>\n<a class=\"postlink\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stonewall\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stonewall<\/a><\/p>\n<p>[3] Xenophobie<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Xenophobie&amp;redirect=no\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Xenophobie&amp;redirect=no<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle haben unsere K\u00e4mpfe mit unserem Sein ausgetragen und k\u00e4mpfen sie teils noch, mit uns selbst und mit anderen &#8211; \u00e4hnlich wie es M\u00e5ns Zelmerl\u00f6w in seinem ESC Siegertitel Heroes [1] beschreibt (was f\u00fcr eine geniale Hymne!) &#8211; &#8222;We are the heroes of our time! 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