{"id":301,"date":"2015-07-07T12:05:00","date_gmt":"2015-07-07T10:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/?p=301"},"modified":"2015-07-07T12:05:00","modified_gmt":"2015-07-07T10:05:00","slug":"von-der-kunst-sich-selbst-zu-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/von-der-kunst-sich-selbst-zu-finden\/","title":{"rendered":"Von der Kunst sich selbst zu finden&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeit vor dem Beginn einer m\u00f6glichen Ver\u00e4nderung, wom\u00f6glich einer Transition, ist f\u00fcr die meisten Trans*-Menschen anstrengend und zerm\u00fcrbend. Man hat bereits ein Leben und soll dies dann, zumindest in Teilen, aufgeben? Man f\u00fchlt sich hin und her gerissen zwischen der inneren Stimme und dem Leben um einen herum.<\/p>\n<p>Auch ich war an diesem Punkt, been there, done that. Es gab Zeiten, in denen ich schon fast verzweifelt versuchte, alles zu verleugnen und mich zu zwingen, wieder &#8222;normal&#8220; zu sein, zu entsprechen, mich anzupassen, aus reiner Angst, die Ver\u00e4nderung k\u00f6nnte f\u00fcr Ablehnung und gro\u00dfe Verluste sorgen. Es ist, denke ich, auch v\u00f6llig nachvollziehbar, dass man so gro\u00dfe Angst davor hat. Der Entschluss wird das eigene Leben m\u00e4chtig umkr\u00e4mpeln, hier und da f\u00fcr mehr oder weniger gro\u00dfe Verwirrung sorgen, er wird f\u00fcr Verluste sorgen und er kann sicherlich auch langfristig die ein oder andere Narbe hinterlassen. Dieser Entschluss und dieser Weg ist nicht kostenlos, keineswegs.<\/p>\n<p>Doch man kann dabei auch soo unglaublich viel gewinnen. Der Einsatz ist hoch, doch der m\u00f6gliche Gewinn noch viel h\u00f6her.<\/p>\n<p>Hmm&#8230; wie beschreibe ich das am besten? Vielleicht nicht so abstrakt, konkrete pers\u00f6nliche Erfahrung macht es vielleicht deutlicher. Das Hin und Her hatte ich wie gesagt auch, etwa 20 Jahre lang. Mit mehr oder weniger gro\u00dfen Amplituden und mehr oder wenig hoher Frequenz. Ich musste erst 42 werden, um an den Punkt zu kommen, auch dauerhaftere Ver\u00e4nderungen konkret in Erw\u00e4gung zu ziehen. Es hat dann nocheinmal ein gutes Jahr gebraucht, bis endlich die Klappe fiel. Die Zeit vorher war genau dieses ewiges Hin und Her, ich redete mir viel ein und auch wieder aus, fragte mich, warum es immer in solchen Phasen stattfindet. Mal ging es mir gut und ich verschwendete daran kaum einen Gedanken, mal war es kaum noch auszuhalten. Was mich damals vor allem fertig machte, waren Schuld- und Schamgef\u00fchle, das ganz klare Gef\u00fchl, dass all dies falsch, &#8222;unnormal&#8220;, abartig und vor allem v\u00f6llig ohne Zukunft war. Am schlimmsten war es zu der Zeit, als ich alleine, also ohne Partnerin war. Wenn man es immer nur versteckt, unterdr\u00fcckt und niemanden hat, um es zu teilen, ohne auch nur den Anflug von Akzeptanz zu sp\u00fcren, dann frisst es einen auf. Zumindest mich hat es massiv zerm\u00fcrbt.<\/p>\n<p>Jetzt muss ich sagen, dass ich ein recht stabiler Mensch bin. Ich kann sehr viel aushalten, psychisch und physisch. Ich kann mich an eine Begebenheit in meiner Kindheit erinnern, ich war vielleicht acht oder neun. Wir hatten damals ein Auto mit f\u00fcnf Sitzen aber nur drei T\u00fcren. Ich sa\u00df, dem Alter entsprechend, hinten. Zum Aussteigen musste man den Vordersitz umklappen und konnte dann von hinten rauskrabbeln. Dazu war es praktisch, sich im T\u00fcrfalz festzuhalten, damit man sich nach vorne ziehen kann. Einmal, bl\u00f6de Situation, wir hatten noch eine Bekannte dabei, meine Mutter und sie wollten kurz aussteigen, versuchte ich hinterher zu kommen, klappte den Sitz nach vorne, hielt mich in dem T\u00fcrfalz fest und &#8211; bumm &#8211; die Bekannte schlug die T\u00fcr zu. Die T\u00fcr ging nicht ganz zu, denn meine Finger waren dazwischen. Die beiden bemerkten das nicht. Ich wusste, sie w\u00fcrden gleich wieder einsteigen, also sagte ich nichts, ich wollte ihnen kein Ungemach bereiten. Ich hing einfach dort an die T\u00fcr gefesselt und wartete still &#8211; und hielt es aus. So ging es mir eigentlich st\u00e4ndig in meinem Leben. Etwas f\u00fcr mich einzufordern, von dem ich wusste, dass es eventuell ein Nachteil f\u00fcr andere sein w\u00fcrde, stand nicht auf meiner Agenda. Ich nahm mich lieber selbst zur\u00fcck und nahm es hin.<\/p>\n<p>Ich denke, dass ist zumindest f\u00fcr mich der Grund, warum ich so lange brauchte, um endlich meinen Weg zu beginnen. Es musste erst sehr schmerzlich werden, damit ich endlich begann, f\u00fcr mich etwas einzufordern, wohl wissend, dass ich damit anderen Ungemach bereiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Hilfe war mir dabei meine Partnerin, mit der ich seit 2001 zusammen bin. Ihr musste ich es von Anfang an sagen, da meine vorherigen Beziehungen allesamt an dieser Geheimniskr\u00e4merei gescheitert sind. Sie gab mir das erste mal das Gef\u00fchl und die Sicherheit, dass es OK war, das ich nicht krank sei und das sie den Menschen liebte, nicht seine Verpackung. \u00dcber die letzten knapp 15 Jahre konnte ich so einen zunehmend normaleren Umgang mit mir selbst entwickeln. Das war f\u00fcr mich nicht leicht, denn 20 oder 25 Jahre vorherige Selbstverleugnung legt man nicht so einfach ab.<\/p>\n<p>Die Reise zu mir selbst begann dann Mitte \/ Ende 2013. Es gab, denke ich, zwei wichtige Wendepunkte. Der erste war die Erkenntnis, dass es so nicht mehr weiter gehen k\u00f6nne. Das war etwa im August 2013. Wie es weiter gehen sollte wusste ich da auch noch nicht, aber klar war, es musste sich etwas ver\u00e4ndern. Alleine diese Erkenntnis sorgte daf\u00fcr, dass fast erdrutschartig die Scham- und Schuldgef\u00fchle fast v\u00f6llig aufh\u00f6rten &#8211; und mit ihnen einige seit \u00fcber 30 Jahren antrainierte \u00dcbersprungshandlungen, von denen ich hier lieber nicht sprechen m\u00f6chte. Was ich aber sagen kann ist, dass ich seitdem an die Macht der Psyche glaube. Eigene Verhaltensweisen, Ansichten und vermeintlich dringende Notwendigkeiten (die Teil dieser &#8222;\u00dcbersprungshandlungen&#8220; waren), die ich in den letzten gut 30 Jahren nie habe zum Erliegen bringen k\u00f6nnen, fielen auf einmal ab wie Schuppen. Einfach weg und kamen auch bisher nicht wieder &#8211; und werden es auch nicht, dessen bin ich mir recht sicher.<\/p>\n<p>Was passierte war vermutlich, im Nachhinein betrachtet, dass ich mich endlich, nach gut 35 Jahren der Zweifel, selbst akzeptierte. Ich stellte mich nicht mehr selbst in Frage. Ich konnte das, was da war, endlich als einen Teil von mir annehmen und dazu stehen &#8211; das war ich und es geh\u00f6rt zu mir. Damit war noch keine Entscheidung zu irgendetwas getroffen, doch ich konnte nun endlich beginnen, mir \u00fcber all das klar zu werden. Das war ganz sch\u00f6n spannend und gro\u00dfartig! Ich habe auf einmal viel freier handeln k\u00f6nnen, habe mir ungeniert recht eindeutige B\u00fccher gekauft (was ich mich vorher NIE getraut h\u00e4tte) und habe diese und das gesamte Internet hoch und runter gelesen. Ich wollte nun wissen, was ich aus all dem machen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich steht nirgendwo das gro\u00dfe Einmaleins des Trans*seins. So wusste ich zwar Ende 2013 viel mehr und war auch bereit etwas zu tun, doch eine Sicherheit, die hatte ich immernoch nicht. Ich ging zu einem Psychologen, denn ich dachte mir, sollte ich eine Transition machen wollen, dann brauche ich ohnehin einen und bis dahin kann er mir vielleicht mit ein paar guten Fragen helfen, Klarheit zu erlangen. Konnte er nicht, denn der stellte sich statt Trans* Experte als eine rechte Schlaftablette mit hohlen Versprechungen heraus.<\/p>\n<p>Die freien Tage zwischen den Jahren 2013 und 2014 sowie die ersten Januar Tage 2014, waren die H\u00f6lle. Ich hatte zum ersten mal in meinem Leben soetwas wie Panik-Attacken &#8211; Herzrasen, Schwei\u00dfausbr\u00fcche, das Verlangen, einfach nur zu fl\u00fcchten, alles hinter mir zu lassen, der Entscheidung zu entkommen. Ich wusste was ich hatte, was ich im Leben erreicht hatte und auch wie es wohl weiter gehen w\u00fcrde. Und nun sollte ich das alles nur wegen ein paar seltsamer Gef\u00fchle \u00fcber den Haufen werfen? Alles riskieren? Viele mir wichtige Menschen v\u00f6llig verwirren und verunsichern? M\u00f6glicherweise eine ganze Reihe davon verlieren? Und wozu das alles? Ich habe doch dieses Leben, das eigentlich ganz gut funktioniert?<\/p>\n<p>Mitte Januar 2014 war ich dann an dem Punkt, an dem ich nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. Die Kraft zum Aushalten war am Ende.<\/p>\n<p>Also sprach ich mit meiner Partnerin und nach ein paar Tr\u00e4nchen kamen wir gemeinsam zu dem Schluss, dass es wohl besser sein wird, den Sprung zu wagen. So wie es war ging es nicht mehr, ich wurde in den letzten Jahren immer m\u00fcrrischer, unleidlich, unfreundlich, einfach ungl\u00fccklich. Das Leben floss wie abgestumpft an mir vorbei, ich kapselte mich sozial immer weiter ab und war weitgehend freudlos. Das konnte so nicht weiter gehen und wenn eine Transition eine M\u00f6glichkeit sein k\u00f6nnte, dann m\u00fcsste ich es zumindest mal versucht haben. Ein Stein, ein ganzes Gebirge fiel mir vom Herzen, als ich mir ihrer Zustimmung und Unterst\u00fctzung gewiss war.<\/p>\n<p>Mit diversen Vorbereitungen und Absicherungen war es dann Mai 2014 soweit, Nicole wurde \u00f6ffentlich sichtbar und ist es seit 23. Mai 2014 ausschlie\u00dflich. Ein Zur\u00fcck gab es und gibt es nicht mehr.<br \/>\nWas hat sich seitdem ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p>So viel <img decoding=\"async\" class=\"smilies\" title=\"Smile\" src=\"http:\/\/www.crossdresser-forum.de\/phpBB3\/images\/smilies\/icon_smile.gif\" alt=\":)\" \/> Und es ist so wunderbar.<\/p>\n<p>Das erste, was nat\u00fcrlich wegf\u00e4llt, ist die Heimlichkeit. Oh man, was f\u00fcr eine Erleichterung. Endlich gibt es da nicht mehr dieses gro\u00dfe Geheimnis. Erst hinterher habe ich festgestellt, wie sehr mich alleine dies die ganzen Jahre belastet hatte. Dann waren da die ganze Outings, bei Freunden, Kollegen, Kunden. Die ganzen \u00c4ngste, die ich davor hatte, stellten sich als fast ausnahmslos unbegr\u00fcndet heraus. Ich habe so viele Menschen auf ganz neue und viel pers\u00f6nlichere Art kennengelernt, das war toll! Ich beneide fast die anderen, die jetzt erst damit anfangen &#8211; ich w\u00fcrde es jederzeit wieder tun. Die ersten Outings waren hart, weil ich Angst hatte. Doch das verging schnell und es wurde bald eher zu einem freudigen Ereignis, noch jemanden gefunden zu haben, die_der &#8222;es&#8220; noch nicht wei\u00df <img decoding=\"async\" class=\"smilies\" title=\"Smile\" src=\"http:\/\/www.crossdresser-forum.de\/phpBB3\/images\/smilies\/icon_smile.gif\" alt=\":)\" \/> Von all den Bef\u00fcrchtungen, die mir zwischen den Jahren 2013 \/ 2014 noch den Angstschwei\u00df auf die Stirn trieben, trat keine einzige in der Realit\u00e4t ein. Das muss nicht immer so sein, doch bei mir war es so und ich bin unendlich dankbar daf\u00fcr. Der einzige Knick in dieser Erfolgsgeschichte ist mein Vater, der es bis heute nicht akzeptieren kann, seinen Sohn aus der M\u00e4nnerwelt an die Frauen verloren zu haben. Er nennt mich nach wie vor, stur wie ein Panzer, bei meinem alten Vornamen und &#8222;er&#8220; als Pronomen. Jetzt war meine Beziehung gerade mit ihm nie sonderlich tief oder sonstwie intensiv, weshalb mir das, ehrlich gesagt, recht egal ist. Wer derart engstirnig, stur und verbort ist, dass man zwei Worte nicht zum Gl\u00fcck und Wohlbefinden des eigenen Kindes austauschen kann, nicht diesen kleinen Schritt auf das eigene Kind zu gehen kann, dann kann ich auf einen solchen Menschen im engeren Kreis meines Leben auch gut verzichten. Wir haben eine friedliche Coexistenz, aber nicht mehr.<\/p>\n<p>Doch jetzt kommt der wirklich wichtige Teil, n\u00e4mlich der, was dies nun alles mit mir gemacht hat.<\/p>\n<p>Ich hatte die Macht der Psyche bereits angesprochen und ich bin heute davon \u00fcberzeugt, dass sie viel m\u00e4chtiger ist, als wir es mit unserem Verstand selbst begreifen k\u00f6nnen. Wir denken, wir k\u00f6nnten mit unserem rationalen Denken alles begreifen und durch einen reinen Willensakt beeinflussen. K\u00f6nnen wir nicht. Denn nicht alles in uns ist Ratio. Wir haben Gef\u00fchle, Emotionen. Ohne diese w\u00e4ren wir Maschinen und keine Menschen. Emotionen sind das, was den Mensch zum Menschen macht.<\/p>\n<p>Meine Gef\u00fchle und Emotionen waren, sobald ich merkte, dass da Gef\u00fchle in mir waren, die dort nicht hin zu geh\u00f6ren schienen, etwas, dass ich meinte stark kontrollieren oder sogar unterdr\u00fccken zu m\u00fcssen. Das war kein rationaler und auch nicht bewusster Akt. Das war eher ein antrainierter Automatismus &#8211; &#8222;Jungs weinen nicht!&#8220; also unterdr\u00fcckte ich es. &#8222;Jungs spielen nicht mit Puppen.&#8220; also war das offenbar falsch, also unterdr\u00fcckte ich es. &#8222;Jungs tragen keinen Schmuck.&#8220; also unterdr\u00fcckte ich es etc. Nie w\u00e4re mir in den Sinn gekommen, dies in Frage zu stellen und schon gar nicht die Gemeinsamkeit all dieser Verbote in Frage zu stellen &#8211; &#8222;Jungs&#8220;. Wenn ich all dies f\u00fcr mich als richtig und erstrebenswert empfand, war dann vielleicht das &#8222;Jungs&#8220; sein falsch? Oh nein, v\u00f6llig unm\u00f6glich, da war das Ding zwischen meinen Beinen, also m\u00fcssten diese W\u00fcnsche, Sehns\u00fcchte und Gef\u00fchle falsch sein, also weg damit.<\/p>\n<p>Mit diesen einher verschwanden aber auch ganz andere Gef\u00fchle oder wurden derart stumpf, dass sie kaum noch wahrnehmbar waren. Ich konnte praktisch nicht weinen, fast egal wie gro\u00df der Druck war, den ich sehr wohl sp\u00fcrte. Doch ich konnte ihn nicht heraus lassen. Begriffe wie &#8222;sch\u00f6n&#8220; waren f\u00fcr mich sehr problematisch, denn etwas als &#8222;sch\u00f6n&#8220; zu empfinden ist eben eine Empfindung, ein Gef\u00fchl und das verunsicherte mich sehr. Ich kannte keine wirkliche Freundschaft &#8211; ich hatte gute Bekannte, ja, aber wenn man mich gefragt h\u00e4tte, echte Freunde? Ich h\u00e4tte nicht gewusst, wie man dies merken sollte. Ich kannte keine Liebe und ich war nie wirklich aus mir selbst heraus einfach gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Das alles wei\u00df ich heute, in der Retrospektive wird es klar, doch damals, zuvor, vor dem Entschluss, war alles grau in grau und die Emotionen hinter gro\u00dfen, m\u00e4chtigen W\u00e4llen verborgen.<\/p>\n<p>Durch meine Transition, ja eigentlich sogar schon alleine durch den reinen Entschluss dazu, ohne auch nur irgendetwas tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert zu haben, au\u00dfer mir selbst dar\u00fcber sicher und gewiss zu sein, sind die Mauern eingest\u00fcrzt und es erschloss sich mir eine wunderbare neue Welt der Menschlichkeit! Ich bin endlich ganz! Zu der funktionalen Maschine gesellte sich das Gef\u00fchlswesen und wir schreiten nun gemeinsam durch dieses Leben. Ich kann gar nicht beschreiben wie gerne ich nun mit ein paar Taschent\u00fcchern im Kino oder vor dem Fernseher sitze <img decoding=\"async\" class=\"smilies\" title=\"Smile\" src=\"http:\/\/www.crossdresser-forum.de\/phpBB3\/images\/smilies\/icon_smile.gif\" alt=\":)\" \/> Wenn es warm ums Herz wird, die W\u00e4rme langsam aufsteigt und als Tr\u00e4nen der Freude oder der Trauer das sichtbarste Zeichen des Mitf\u00fchlens sind. Ich bin endlich in der Lage, Emotionen anzunehmen. Sie sind da, sie sind ein Teil von mir und ich nehme sie ernst, sie sind mir wichtig. Sie machen mich ganz, sie machen mich erst zum Menschen. Ich kann mich freuen, ich erkenne Freundschaft und ich liebe!<\/p>\n<p>Zum ersten mal in meinem Leben bin ich aus mir selbst heraus einfach gl\u00fccklich. Man k\u00f6nnte mir alles Materielle nehmen und ich w\u00e4re dennoch gl\u00fccklich. Gl\u00fccklich zu sein bestimmt sich nicht durch die Summe auf dem Bankkonto oder der Marke des Autos. Gl\u00fcck ist etwas, dass man nur in sich selbst finden kann. Ein gutes Essen, ein Dach \u00fcber dem Kopf oder auch ein sch\u00f6nes Auto kann zwar etwas helfen, doch schlussendlich kommt es aus einem selbst und alles Materielle ist allenfalls ein Hilfsmittel. W\u00fcrde ich heute, z.B. auch wegen meiner Transition, Materielles verlieren, ich w\u00e4re dennoch gl\u00fccklich. Traurig \u00fcber den Verlust, das ganz bestimmt. Aber dennoch f\u00fcr mich und mit mir selbst gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Tja, mein_e Liebe_r, Du hast nach Erfahrungen gesucht und nun ein paar bekommen. Ich kann Dir nicht sagen, ob Deine Unentschlossenheit an etwas \u00e4hnlichem wie bei mir h\u00e4ngt. Ich kann Dir auch nicht gut zureden und sagen, es w\u00fcrde schon alles gut werden. Das kann und sollte auch niemand. Ich kann Dir aber sagen, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. \u00dcberlege Dir gut, was Du m\u00f6glicherweise durch den Schritt verlieren k\u00f6nntest und w\u00e4ge ab, ob Du damit zurecht kommen k\u00f6nntest. Denke dabei auch daran, dass das alles (noch) keine Einbahnstra\u00dfe ist! Eine solche Entscheidung ist gro\u00df, keine Frage, aber sie ist keinesfalls irreversibel. Wenn es sich herausstellen sollte, dass es doch nicht das Richtige ist oder sich nicht die Verbesserung einstellt, die erhofft war, dann meine G\u00fcte, was soll&#8217;s? Dann wird eben das Rad zur\u00fcck gedreht. Es wird oft so hingestellt, als wenn eine Transition etwas absolut Endg\u00fcltiges w\u00e4re. Ist es nicht. Sicherlich gibt es Dinge, die dann etwas &#8222;kompliziert&#8220; werden, aber hey, ist es nicht auch jetzt schon f\u00fcr Dich kompliziert? Also was soll&#8217;s. Ich kenne ein paar wunderbare Menschen, die die Rolle r\u00fcckw\u00e4rts gemacht haben. Nat\u00fcrlich sorgt das f\u00fcr viel Wirbel, aber es geht. Wichtig bist und bleibst einzig und allein Du bei der Sache. Dir muss es gut gehen, Du musst Dein Leben leben, Du musst damit gl\u00fccklich werden.<\/p>\n<p>Wer immer dies liest, wenn Du trans* bist, so w\u00fcnsche ich Dir von Herzen f\u00fcr Deine Entscheidung viel Mut und vor allem alles Gute!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit vor dem Beginn einer m\u00f6glichen Ver\u00e4nderung, wom\u00f6glich einer Transition, ist f\u00fcr die meisten Trans*-Menschen anstrengend und zerm\u00fcrbend. Man hat bereits ein Leben und soll dies dann, zumindest in Teilen, aufgeben? Man f\u00fchlt sich hin und her gerissen zwischen der inneren Stimme und dem Leben um einen herum. Auch ich war an diesem Punkt, been there, done that. 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