{"id":481,"date":"2014-01-09T01:16:00","date_gmt":"2014-01-09T00:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/verlogenheit-der-politik-homosexuelles-outing-hitzlsperger\/"},"modified":"2014-01-09T01:16:00","modified_gmt":"2014-01-09T00:16:00","slug":"verlogenheit-der-politik-homosexuelles-outing-hitzlsperger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/verlogenheit-der-politik-homosexuelles-outing-hitzlsperger\/","title":{"rendered":"Verlogenheit der Politik &#8211; Homosexuelles Outing Hitzlsperger"},"content":{"rendered":"<p>Das sich Thomas Hitzlsperger offen zu seiner Homosexualit\u00e4t bekennt, ist mutig. Das er es bewusst in die \u00d6ffentlichkeit tr\u00e4gt, um so mehr. Und das er damit seine Prominenz ausnutzt, um auf ein nach wie vor bestehendes Problem hinzuweisen, zeugt durchaus von Gr\u00f6\u00dfe. Chapeau.<\/p>\n<p>Was dieses Beispiel allerdings leider auch zeigt ist, dass weder wir hier in Deutschland noch die Welt im Grossen und Ganzen, immernoch keinen korrekten Umgang mit sexuellen oder geschlechtlichen Devianzen pflegen. Wie sonst w\u00e4re es zu erkl\u00e4ren, dass sich Herr Hitzlsperger zu dieser Aktion gen\u00f6tigt sieht? Schon alleine die Tatsache, dass am heutigen Tag praktisch alle Medien von dieser Meldung dominiert werden zeigt, dass wir noch lange nicht so weit sind, wie wir vorgeben zu sein! Denn die korrekte Reaktion auf solch eine Offenbarung w\u00e4ren eigentlich: So what, was soll&#8217;s? Niemand w\u00fcrde einen solchen Aufriss dar\u00fcber machen, wenn sich irgendein Promi als heterosexuell outen w\u00fcrde. Also schon alleine die Tatsache, dass soetwas Nachrichtenwert bekommt, ist eine Blamage und Ohrfeige f\u00fcr unsere Gesellschaft und zeigt mehr als deutlich, dass wir noch einen weiten Weg zu wahrer Akzeptanz zu gehen haben.<\/p>\n<p>Aber gut. Werten wir es als wohlwollende Kritik an unserer Gesellschaft, an uns allen, fassen uns an die eigene Nase und f\u00fchlen uns ermahnt, alles in unserer individuellen Macht zu tun, um diese Akzeptanz zu f\u00f6rdern und zu etwas v\u00f6llig Selbstverst\u00e4ndlichen werden zu lassen.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr ich allerdings keinerlei Verst\u00e4ndnis habe ist die hastige Erkl\u00e4rung unserer &#8222;verehrten&#8220; Bundesregierung in Form von Regierungssprecher Seibert:<\/p>\n<p>&#8222;\u201eWir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualit\u00e4t zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz.\u201c In den vergangenen Jahren habe Deutschland hier schon enorme Fortschritte gemacht. \u201eWir leben im Gro\u00dfen und Ganzen im Respekt voreinander unabh\u00e4ngig davon, ob der Mitmensch M\u00e4nner liebt oder Frauen liebt\u201c, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.&#8220;<br \/>\n(Quelle <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/fussball\/reaktionen-auf-coming-out-ich-find-s-hammer-12742493.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">FAZ online<\/a>)<\/p>\n<p>Dies ist vor Verlogenheit kaum noch zu \u00fcberbieten. Diese Regierung, die im Wesentlichen die gleichen Ziele bzgl. Integration und Gleichstellung von abweichenden Lebensmodellen verfolgt, wie die Regierung zuvor muss sich doch die Frage gefallen lassen, wo sie denn diesen Respekt in den vergangenen acht Jahren gezeigt hat? Fast alle Ans\u00e4tze zur juristischen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften im Vergleich zu einer heterosexuellen Ehe sind derart entkernt worden, dass es an eine Farce grenzt. Ist dies ein respektvoller Umgang? Dies ist etwas, was im Verantwortungsbereich der Regierung liegt. Sie k\u00f6nnte damit daf\u00fcr sorgen, dass es in der Tat &#8222;unabh\u00e4ngig davon [ist], ob der Mitmensch M\u00e4nner liebt oder Frauen liebt\u201c. Heute ist es dies nicht! Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht der Ehe gleichgestellt.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind dies alles auch Probleme, die gerade eine christlich konservative Regierung in Rechtfertigungsprobleme bringt. Das will ich ganz sicher nicht verleugnen. Genau dies f\u00fchrte ja auch dazu, eben weil konservative Kreise sowie die Kirchen Druck aus\u00fcbten, dass entsprechende Gesetze verschoben, gek\u00fcrzt und entkernt wurden. Dies ist auch das Recht dieser Regierung, denn der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, die sie gew\u00e4hlt hat, wurde damit Rechnung getragen. Es gef\u00e4llt mir nicht, aber so funktioniert Demokratie.<\/p>\n<p>Was aber gar nicht geht ist diese perfide Selbstbeweihr\u00e4ucherung! Es kocht in mir, wenn sich eine Regierung, die praktisch nichts f\u00fcr das Erreichen dieser Ziele getan hat, sich anschliessend lobhudelnd hinstellt und alles f\u00fcr gut erkl\u00e4rt &#8211; &#8222;..die Probleme der Homosexuellen sind hiermit beendet.&#8220; &#8211; frei nach Pofalla. Sie h\u00e4tte besser geschwiegen. Dies w\u00e4re der Wahrheit n\u00e4her gekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sich Thomas Hitzlsperger offen zu seiner Homosexualit\u00e4t bekennt, ist mutig. Das er es bewusst in die \u00d6ffentlichkeit tr\u00e4gt, um so mehr. Und das er damit seine Prominenz ausnutzt, um auf ein nach wie vor bestehendes Problem hinzuweisen, zeugt durchaus von Gr\u00f6\u00dfe. Chapeau. 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