{"id":487,"date":"2013-10-04T19:22:00","date_gmt":"2013-10-04T17:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nf.dpin.de\/tag-3-freitag-4-10\/"},"modified":"2013-10-04T19:22:00","modified_gmt":"2013-10-04T17:22:00","slug":"tag-3-freitag-4-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/tag-3-freitag-4-10\/","title":{"rendered":"Tag 3 &#8211; Freitag 4.10."},"content":{"rendered":"<p>Verflixt, so langsam verblassen schon die Erinnerungen, denn ich beschreibe diesen Tag nun schon gut zwei Wochen retrospektiv. Also halte ich mich lieber mal ran, bevor ich alles vergesse&#8230;<\/p>\n<h4>Aufstehen, fertigmachen<\/h4>\n<p>Also Freitag&#8230; wie jeder Tag beginnt auch dieser Freitag mit einem Morgen, aufstehen und fertig machen. Der Wecker klingelt wieder zu garstig fr\u00fcher Zeit &#8211; 0700 Uhr! Und wer mich kennt weiss, dass das nicht sch\u00f6n f\u00fcr mich ist. Ich bin Nacht-Eule und Langschl\u00e4ferin. Aber nunja, muss sein. Diesen Morgen wollte ich auch noch Duschen und Haare waschen, also wusste ich zu genau, dass ich definitiv mehr Zeit ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Daher nicht getr\u00f6delt, beim ersten Wecker aus dem Bett gesprungen und los! Und das ist f\u00fcr mich schon recht ungew\u00f6hnlich, denn als Bett-liebend pflege ich nicht gleich aus dem Bett zu h\u00fcpfen, schon gar nicht um die Uhrzeit. Aber irgendwie motivierte mich die Situation und die Aussicht auf einen aufregenden neuen Tag doch gewaltig!<br \/>\nZudem war ich um 9:00 Uhr mit Andrea zum Fr\u00fchst\u00fcck verabredet und ich pflege eigentlich p\u00fcnktlich zu sein! Also erstmal raus aus dem Schlaf-Body, rein ins Bad und ab unter die Dusche, wo ich dann auch gleich final \u00fcberlegte, was ich denn zum Fr\u00fchst\u00fcck anziehen wollte &#8211; immer das gehobene Ambiente des Hotels im Hinterkopf. Dann Abtrocknen und W\u00e4sche suchen. Heute sollte es ein beiger Strickpulli mit einem weiss-schwarz gepunktetem Knielangem Rock werden, also ein weisses BH Hemd unten drunter sowie eine schwarze FSH, sp\u00e4ter sollten dann enstprechende Pumps dazu kommen.<\/p>\n<p>Doch jetzt also erst wieder zur\u00fcck ins Bad, eincremen und dann Make-Up. Ich versuchte mich an ein paar Tipps von Hannelore vom Vortag zu halten (und zu erinnern!) aber irgendwie wollte es nicht so ganz wie gestern klappen. Nunja- Frau muss noch \u00fcben \u00fcben \u00fcben&#8230; aber schlussendlich war es nicht arg schlecht &#8211; nur eben nicht so wie gestern. Als ich dann, immernoch nur in W\u00e4sche, auf die Uhr guckte, SCHOCK! Schon viertel vor 9, wo war die ganze Zeit geblieben? Und die Haare waren noch nass und ich nicht fertig angezogen &#8211; gleich steht bestimmt schon Andrea vor der T\u00fcr! Also schnell zur\u00fcck ins Bad, Haare f\u00f6hnen und etwas zurecht machen. Katrin hatte mir noch das f\u00f6hnen \u00fcber eine Rundb\u00fcrste empfohlen, doch das wollte mir einfach nicht richtig gelingen, also dann halt so wie immer, einfach nur \u00fcber Kopf &#8211; das gibt etwas mehr Volumen.<\/p>\n<p>Kaum fertig mit den Haaren klopft es schon energisch an der T\u00fcr &#8211; verflixt!<\/p>\n<p>Ich entschuldige mich f\u00fcr weitere 10 Minuten &#8211; wie peinlich \ud83d\ude42 Also schnell noch die Haare einmal durchb\u00fcrsten, Rock und Pulli angezogen, Handtasche gepackt und endlich hole ich, gut 10 Minuten zu sp\u00e4t, Andrea in ihrem Zimmer ab. Selbstbewusst wie sie ist, Andrea vorneweg und ich einen halben Schritt hinterher &#8211; und darum war ich auch offen gestanden ganz froh, d.h. dass ich mich hinter ihr etwas verstecken konnte. Das war de-facto zwar ein Trugschluss, da ich mit meinen 10cm Pumps und ohnehin schon 1,87m ein gutes St\u00fcck gr\u00f6sser als Sie bin, aus dem Verstecken wird also nichts. Aber das Gef\u00fchl z\u00e4hlt und mir gab es eine etwas gr\u00f6ssere Sicherheit.<\/p>\n<h4>Fr\u00fchst\u00fcck<\/h4>\n<p>Nachdem das Fr\u00fchst\u00fcck gestern schon so unproblematisch verlief und ich auch in den Lokalen keine Probleme hatte etwas zu bestellen, bestellte ich diesen Morgen bei der Bedienung eine der angebotenen Fr\u00fchst\u00fccks-Ei Zubereitungen &#8211; aber was gab es denn \u00fcberhaupt? Also fragte ich nach &#8211; es gab unter anderem Omelette, das wollte ich! Die Bedienung war sehr freundlich und ansonsten &#8211; v\u00f6llig unauff\u00e4llig. Super!<\/p>\n<p>Ansonsten gab es ja noch das Fr\u00fchst\u00fccks-Buffet mit allem was man so gerne hat, also kamen zu dem Omelette noch ein paar G\u00e4nge ans Buffet hinzu und damit vorbei an weiteren G\u00e4sten. In der direkten Nachbarschaft unseres Tisches sassen verschiedene weitere G\u00e4ste &#8211; \u00e4ltere, j\u00fcngere, M\u00e4nner, Frauen und Kinder. Ich glaube am wenigsten Notiz nahmen \u00c4ltere von uns. Vielleicht noch ein kritischer Blick der j\u00fcngeren Frauen, aber ansonsten eigentlich wenig. Aber auch hier k\u00f6nnte ich beim besten Willen nicht sagen, warum sie ggf. geschaut haben &#8211; weil sie uns oder mich als nicht Bio-Frau erkannten? Oder einfach nur zum Abchecken der potentiellen Konkurrenz? Gef\u00fchlt die kritischsten Blicke kamen von der Mutter einer jungen Familie gegen\u00fcber, die mit zwei j\u00fcngeren Kindern dort waren. Warum? Keine Ahnung. Wir werden es leider nie erfahren. Aber auf jeden Fall keinerlei h\u00f6rbarer Kommentar oder \u00e4hnliche despektierliche Reaktion, von niemandem &#8211; und das reichte mir schon v\u00f6llig.<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck wollten wir etwas vor die T\u00fcr &#8211; klar, deswegen waren wir ja schliesslich hier! Vielleicht ein bisschen die Gesch\u00e4fte in der Umgebung unsicher machen. Heute sind diese ja wieder ge\u00f6ffnet und wir sind mitten in der Innenstadt, was l\u00e4ge also n\u00e4her? Zur\u00fcck auf dem Zimmer wechselte ich den Rock gegen den etwas l\u00e4ngeren von Mittwoch sowie ein paar Schuhe mit Blockabsatz &#8211; nicht zu hoch und bequem genug, um etwas zu laufen. Dazu noch den Mantel und so ging es dann raus, \u00fcber den Altmarkt hin\u00fcber zur Galerie, die sich fast direkt dort anschliesst.<\/p>\n<h4>Shopping!<\/h4>\n<p>Das Wetter war, f\u00fcr Anfang Oktober, grossartig! Sonnenschein, noch halbwegs warm, allerdings ein bisschen frisch windig. Die Sonne liess die wunderbaren alten Geb\u00e4ude rund im den Altmarkt erstrahlen! Und auch die Galerie&#8230; dazu muss ich nun doch mal etwas sagen&#8230; Diese Gelerien oder Center, meist betrieben von dieser ECE Gesellschaft, sind zwar praktisch, weil alles beisammen ist, sind aber meist keine besonderen Sch\u00f6nheiten. Auch erweisen sie sich fast \u00fcberall bald eher als hinderlich f\u00fcr die Stadtentwicklung, weil sie die gewachsenen Gesch\u00e4ftsstruktur in den Innenst\u00e4dten radikal ver\u00e4ndern. Kaum noch jemand geht noch ausserhalb einkaufen &#8211; es ist ja auch so bequem, sich innerhalb nur eines Komplexes zu bewegen? Das Konzept der amerikanischen Malls. Nur im Gegenteil zu den USA haben wir in Europa und Deutschland eine Kultur von lebendigen Innenst\u00e4dten! Wir brauchen diese Konzentratoren nicht! Nunja, sei&#8217;s drum&#8230; wir waren also zun\u00e4chst mal dort drin und es war &#8211; nunja, praktisch \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist die Publikumsdichte in solch einem Shopping Tempel h\u00f6her, als auf der durchschnittlichen Strasse. Also wieder eine etwas neue Situation, ein aus dem Weg gehen ist hier kaum noch m\u00f6glich. Andrea wieder vorneweg und ich hinterher. Aber wie nicht anders zu erwarten, spielte sich auch hier nichts Besonderes ab, d.h. keine b\u00f6sen oder verdutzten Blicke und so konnten wir ganz unbefangen mal in Klamotten-L\u00e4den dort st\u00f6bern, wo wir sonst nur eher gehemmt mal einen verstohlenen Blick hinwerfen. Und auch das muss mal gesagt werden &#8211; das mit dem gehemmten Blick und so &#8211; das ist v\u00f6lliger Bl\u00f6dsinn! Nichts und niemand hindert einen Mann daran, in der Damenabteilung unbefangen zu schauen! Was uns hindert, sind einzig wir selbst. Aber sei es wie es sei, so war es nun doch endg\u00fcltig in Ordnung und damit ein wunderbar befreites Gef\u00fchl! Wie das aber in diesen Centern und Galerien auch so ist, die Preisklasse der dort befindlichen L\u00e4den liegt dann doch \u00fcber dem, was man mal so eben als Schn\u00e4ppchen mitnimmt &#8211; 60\u20ac f\u00fcr eine Bluse ist nicht un\u00fcblich und liegt damit aber deutlich \u00fcber meinem \u00fcblichen Budget f\u00fcr soetwas.<\/p>\n<p>So langsam merkte ich meine F\u00fcsse ein wenig und auch, dass meine Schuhe, die zu Hause f\u00fcr Kurzstrecken v\u00f6llig in Ordnung waren, doch f\u00fcr l\u00e4ngere Spazierg\u00e4nge in freier Wildbahn offenbar doch weniger gut geeignet waren. Ausserdem war mir das schon relativ klar und ich wollte f\u00fcr den Abend, eine Stadtf\u00fchrung stand an, auf jeden Fall noch etwas haben, was etwas bequemer war. Und so kam mir eine Deichmann Filiale im Untergeschoss wie gerufen! Deichmann ist einer der wenigen Schuh L\u00e4den, die auch gr\u00f6\u00dfere Gr\u00f6\u00dfen in der Damenabteilung f\u00fchren, ich brauche etwa 42. Und zudem sind die auch noch recht bezahlbar. Also nix wie rein &#8211; und endlich auch mal anprobieren k\u00f6nnen! Glorios!<\/p>\n<p>Ich suchte schon etwas mit Absatz &#8211; ich &#8222;stehe&#8220; (nuja, sind ja Schuhe \ud83d\ude42 einfach auf etwas Absatz, 5cm+ sollte es schon sein &#8211; und dann sollten es entweder Stiefeletten, Hochfront-Pumps oder Stiefel sein. Im Vergleich zur Vorfreude, endlich mal auch unbefangen probieren zu k\u00f6nnen, war dann die Auswahl doch etwas eingeschr\u00e4nkt, also bzgl. dessen, was mir gefiel. Schlussendlich fand ich ein paar Stiefel mit moderatem Absatz (die etwas h\u00f6heren gab es leider, trotz R\u00fcckfrage, nicht in 42) und aus Echtleder. Preis war auch OK &#8211; f\u00fcr echtes Leder und Stiefel 69\u20ac fand ich OK. Das sind \u00fcbrigens die Stiefel, die auch auf dem Bild meiner Homepage zu sehen sind:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/sites.google.com\/site\/nicolebeaux\/\">https:\/\/sites.google.com\/site\/nicolebeaux\/<\/a><\/p>\n<p>Also kurzentschlossen eingepackt. Bargeld war etwas knapp, also wollte ich mit EC Karte bezahlen. Damit die Sache mit Unterschrift nicht peinlich w\u00fcrde schaute ich vorher noch, ob man hier mit Pin oder Unterschrift zahlte &#8211; Pin, gut! Die \u00fcbliche Deichmann R\u00fcckfrage nach der Lederpflege etc. verneinte ich freundlich. Mit der Beute am Arm ging es dann durch noch ein paar Mode Gesch\u00e4fte, aber etwas wirklich Tolles oder Schn\u00e4ppchen waren leider nicht dabei. Dennoch war es toll, mal so durch die L\u00e4den zu gehen! Ich muss allerdings auch gestehen ganz froh gewesen zu sein, von keinen \u00fcbereifrigen Verk\u00e4ufern angesprochen worden zu sein.<\/p>\n<p>Offengestanden h\u00e4tte ich mich jetzt schon wieder f\u00fcr ein St\u00fcndchen hinlegen k\u00f6nnen! Eine solche Shopping-Tour ist ohnehin schon reichlich kraftraubend, aber f\u00fcr mich kam ja noch der Stress dazu, eben in einer noch etwas fremden Rolle unterwegs zu sein, d.h. alle Sinne waren permanent auf ACHTUNG! Aber Andrea zeigte keine Anzeichen von M\u00fcdigkeit und so liess ich mir auch nichts anmerken \ud83d\ude42 Nachdem wir die komplette Galerie abgeschritten hatten gingen wir auf der R\u00fcckseite hinaus in Richtung der Fussg\u00e4ngerzone Prager Strasse, hier gibt es eine kleine Karte zur Verdeutlichung bei <a href=\"http:\/\/goo.gl\/maps\/Qjfpt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Google Maps<\/a>. Die Prager Strasse ist wohl die \u00e4ltere Shopping Meile, jedenfalls kommt es einem so vor.<\/p>\n<p>Hier finden sich neben einigen Sparten-L\u00e4den vor allem Klassiker, wie bspw. der Karstadt direkt zu Anfang, den wir dann auch als erstes unsicher machten. Auch hier gab es leider wenig wirklich Interessantes, was mich offen gesagt etwas entt\u00e4uschte. Jetzt hatte ich schonmal die Freihheit zu gucken und sogar ggf. mal etwas zu probieren und was gab es? Nicht viel. Und das was es gab war dann auch leider noch prohibitiv teuer. Aber es gab sch\u00f6ne Sitzgelegenheiten! Und so nutzte ich die Gelegenheit und tauschte meine Schuhe gegen die neuen Stiefel &#8211; und das war auch sehr gut so! Die waren deutlich bequemer, obwohl der Absatz noch ein St\u00fcck h\u00f6her war, als der der Schuhe.<\/p>\n<p>Deutlich entspannter ging es nun die restliche Prager Strasse, durch noch ein paar Gesch\u00e4fte, hinunter bis kurz vor den Hauptbahnhof und dann langsam wieder zur\u00fcck, mit einem Zwischenstop in einem Kaffee &#8211; Cappucino und etwas verschnaufen. Auch hier nat\u00fcrlich wieder banges Umsehen, guckt wer komisch?<\/p>\n<p>Am Nachbartisch sass dann ein \u00e4lteres Paar und nachdem ich die beiden etwas studiert hatte war ich endg\u00fcltig beruhigt, dass wir nichts Besonderes waren \ud83d\ude42 Gerade die Frau war schon sehr seltsam&#8230; zun\u00e4chst nicht super gepflegt, dazu sehr ordentlich \u00fcbergewichtig &#8211; Modell &#8222;quadratisch, praktisch, gut&#8220;. Dazu kam dann, dass sie, wohlgemerkt in einem Kaffee, zuerst eine Art Magenbitter und dazu ein gro\u00dfes Bier trank &#8211; am Mittag? Oha&#8230; Und dann kramte sie noch in einer um den Hals h\u00e4ngenden Tasche herum, fingerte ein Handy heraus und dabei schaute oben aus der Tasche etwas wie eine Barbie-Puppe heraus. Huch? Also nur um das klarzustellen &#8211; ich m\u00f6chte mich dar\u00fcber keinesfalls lustig machen oder absch\u00e4tzig oder abwertend dar\u00fcber urteilen! Wirklich nichts liegt mir ferner. Warum ich das nur hier erw\u00e4hne ist, dass diese Dame auch, genau wie wir, alles andere als &#8222;normal&#8220; war, wir also nicht die einzigen seltsamen V\u00f6gel in diesem Lokal waren. Und so wie diese und uns gibt es Dutzende, Hunderte, ja Tausende, jeden Tag und \u00fcberall. Sich \u00fcber Andersartigkeit gro\u00dfe Gedanken zu machen ist eigentlich v\u00f6lliger Mumpitz. Jeder ist anders &#8211; die einen mehr, die anderen weniger.<\/p>\n<p>Nach Kaffee und Schnack sind wir dann endlich zur\u00fcck zum Hotel gegangen, um uns zum einen etwas auszuruhen und zum anderen auch auf den Abend vorzubereiten &#8211; &#8222;Stadtf\u00fchrung mit Dinner und Wein&#8220;, na das wird ja spannend!<\/p>\n<h4>Stadf\u00fchrung &#8211; mit Dinner und Wein<\/h4>\n<p>Das ganze hatte auch wieder Andrea ausgekundschaftet und wir hatten das dann beide im Vorfeld \u00fcber einen Event-Veranstalter gebucht. Was uns da erwarten w\u00fcrde, war zumindest mir v\u00f6llig unklar &#8211; gut, eine Stadtf\u00fchrung kann ich mir vorstellen, eine Weinprobe auch, doch was verstehen die wohl unter Dinner?<\/p>\n<p>Treff- und damit auch Startpunkt f\u00fcr die F\u00fchrung war um 1800 Uhr das sogenannte Kronentor im Zwinger. Ich hatte keinerlei Ahnung was und wo das war &#8211; Andrea aber schon \ud83d\ude42 Da klar war, dass wir etwas l\u00e4nger draussen unterwegs sein w\u00fcrden, wechselte ich die 40den Strumpfhose gegen eine Thermo-Strumpfhose und einen etwas w\u00e4rmere Strick-Rock, dazu nat\u00fcrlich meine tollen und bequemen neuen Stiefel. Und so ging es dann bei wunderbarer Abendsonne in den Zwinger.<\/p>\n<div style=\"clear: both;text-align: center\"><a style=\"margin-left: 1em;margin-right: 1em\" href=\"http:\/\/1.bp.blogspot.com\/-s13amVSFCFI\/UmRHDPEihjI\/AAAAAAAAABU\/nZBuhJCDeNE\/s1600\/sf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/1.bp.blogspot.com\/-s13amVSFCFI\/UmRHDPEihjI\/AAAAAAAAABU\/nZBuhJCDeNE\/s1600\/sf.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" border=\"0\" \/><\/a><\/div>\n<p>Zwangsl\u00e4ufig ist der Zwinger ein Anlaufpunkt f\u00fcr alle Touristen und so kamen wir nicht umhin, zwischen Besuchergruppen, P\u00e4rchen und allen m\u00f6glichen anderen hindurchzuschl\u00fcpfen, einmal quer \u00fcber den Platz. Das Kronentor ist etwa <a href=\"http:\/\/goo.gl\/maps\/Zejwd\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">hier<\/a>. Unter dem Kronentor warteten schon ein paar Leute, doch ob diese auch zu unserer Gruppe geh\u00f6ren w\u00fcrden, war nat\u00fcrlich noch nicht klar. Also stellten wir uns erstmal dazu. Andrea meinte, dass wir wohl schon f\u00fcr ein paar verwirrte Blicke gesorgt h\u00e4tten. Hmm&#8230; vielleicht bin ich schon abgestumpft, aber mir ist nichts besonderes aufgefallen.<\/p>\n<p>Kurz vor 1800 Uhr erschien eine untersetzte Frau, ganz offenbar als etwas mittelalterlich angehauchte Magd verkleidet mit einem Korb am Arm. Und wie es sich f\u00fcr eine Magd dieser Zeit geh\u00f6rte, hatte auch dieses Modell ein entsprechend loses Mundwerk &#8211; aber nett lose \ud83d\ude42 Sie lockerte also mit allerhand heiteren Spr\u00fcchen die Runde etwas auf und fragte auch alle, woher sie denn k\u00e4men. Unsere Gruppe von knapp 40 Personen war bunt gemischt &#8211; ein paar Einheimische aus Dresden und Umgebung, eine ganze Menge Leute aus NRW und&#8230; verflixt, vergessen \ud83d\ude42 Teile eines Doppelkopf-Clubs und eines Kegelclubs waren jedenfalls auch dabei. Und schon direkt zu Beginn zeigte sich einer der Herren als besonderer Stimmungsbringer, auf den die Magd dann auch in den folgenden gut 3 Stunden immer wieder gerne einging. Gemischt mit etwas h\u00f6fischer Redensart erz\u00e4hlte sie eine Menge, mit viel Humor und so konnten wir schon zu beginn ein paar mal herzlich lachen. Besagter Herr, sp\u00e4ter nur noch Junker Manfred genannt, hielt dann immer wieder gerne als &#8222;typischer Mann&#8220; her &#8211; mit einem entsprechenden Schmunzeln aller Beteiligten, jeder nahm es mit der n\u00f6tigen Priese Humor, was wunderbar war!<\/p>\n<p>Vom Kronentor ging es dann, nun mit der ganzen Gruppe, wieder \u00fcber den inneren Platz des Zwingers mit Stopp in der Mitte und allerhand humorvoller Erkl\u00e4rungen durch die Magd. Wusstet Ihr, dass die Adeligen seinerzeit aus Elfenbein geschnitzte Floh- und L\u00e4usefallen \u00fcberall am K\u00f6rper trugen? Mit Blut und Honig als Lockstoff gef\u00fcllt? Igitt&#8230; Der ganze Zwinger war wohl ohnehin der reinste S\u00fcndenpfuhl, nur zu einem Zweck gebaut: Party! Da wurde wohl gesoffen und gefeiert was das Zeug hielt &#8211; wovon die Magd dann nur all zu gerne humorvoll berichtete \ud83d\ude42 Andrea und ich hielten uns eher in den hinteren Reihen der Gruppe auf, zumindest was mich angeht auch nicht zuletzt, um nicht durch die Magd angesprochen und ggf. Gegenstand des n\u00e4chsten Witzes zu werden. Nur um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen, sie hat sich stets v\u00f6llig korrekt verhalten und niemanden l\u00e4cherlich gemacht! Aber vor einer Gruppe von 40 Leuten m\u00f6chte unsereine dann doch nicht unverhofft und eher unfreiwillig Hautdarstellerin einer kurzen Comedy-Einlage werden. Alles verlief aber v\u00f6llig reibungslos und wir hatten immer wieder lustige Momente &#8211; nicht zuletzt wegen ihrer humorvollen &#8222;Auseinadersetzung&#8220; mit Junker Manfred \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Vorbei an der Semperoper und Hofkirche ging es dann recht z\u00fcgig an der Frauenkirche knapp vorbei in den Keller des ehemaligen &#8222;Pulverturm&#8220;, heute ein Keller unter dem &#8222;Coselpalais&#8220;, zum ersten Teil des &#8222;Dinners&#8220;. Hier gab es einen deftigen Vorspeisenmix &#8211; eine Art Mettwurst, kleine Frikadellen, ger\u00e4ucherten Schinken, eingelegte Gurken und Dererlei, dazu ein recht leckeres Haus gebackenes Brot mit eingearbeitetem K\u00e4se oder Schinken. Diese eher H\u00e4ppchen standen auf Brettchen in der Mitte der Tische und damit musste man sich zwangsl\u00e4ufig non-verbal und auch verbal mit den Tischnachbarn verst\u00e4ndigen, wer denn was ggf. noch wolle etc. Zudem waren die Tische nicht gerade riesig, oder anders gesagt, man sass schon sehr nah beieinander! Aus dem Weg gehen oder Abstand halten war hier definitiv keine Option mehr. Und wollte man nicht g\u00e4nzlich auf Essen verzichten, musste man also mitmachen. Und siehe da, die Interaktion war v\u00f6llig problemlos! Freundliches danke und bitte, etwas Smalltalk, kein Problem &#8211; wie wunderbar! Und auch hier w\u00fcrde ich spontan sagen, die die am wenigsten reserviert auf uns reagierten, wenn man da \u00fcberhaupt eine Abstufung machen kann, waren die etwas \u00e4lteren Damen. Ich hatte zum Essen noch eine erste Weissweinschorle, was mich im Anschluss etwas auflockerte.<\/p>\n<p>F\u00fcr das ganze hatten wir eine gute halbe Stunde Zeit. Als wir wieder draussen waren erkl\u00e4rte uns die Magd etwas die Geschichte des Platzes, des Pulverturms, der Frauenkirche und den umliegenden Geb\u00e4uden. Und auch hier wieder gerne etwas lustig ausschweifend, mit ein paar Anekd\u00f6tchen, von denen ich leider keine einzige hier wiederzugeben vermag. Was ich allerdings noch weiss ist, dass Junker Manfred immer wieder gerne darin eingebaut wurde und er dies auch sehr humorvoll mitmachte &#8211; was das ganze zu einem wirklich sehr sch\u00f6nen Erlebnis machte. Von dort ging es durch die Br\u00fchlsche Gasse vorbei an dem gr\u00f6\u00dften Porzellan Mosaik der Welt und ein paar kleinen Umwegen zu einem kleinen Weingesch\u00e4ft, wo dann eine kleine Weinverkostung mit Erkl\u00e4rung sattfand. Nun, der Punkt hat mich ein klein wenig entt\u00e4uscht. Zwar hat sich der Eigent\u00fcmer des kleinen Weinladens M\u00fche gegeben, die Geschichte das S\u00e4chsischen Weinanbaus zu erkl\u00e4ren, was auch in der Tat interessant war! Ich wusste bspw. noch nicht, dass wir in Deutschland wegen der Reblaus keinen normalen Wein mehr anbauen k\u00f6nnen, sondern nur noch nordamerikanische Weinst\u00f6cke mit den gew\u00fcnschten Rebsorten &#8222;aufpropfen&#8220; &#8211; dass man das macht, wusste ich schon, aber nicht warum. Das war also gut! Etwas schade war nur, dass das alles zum einen draussen auf der Gasse stattfand, also entsprechend kalt war, und die Verkostung aus einem einzigen Gl\u00e4schen einer einzigen Sorte bestand. Hier h\u00e4tte ich mir in der Tat eine Probe mehrerer Sorten gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Der etwas spannendere Punkt kam allerdings kurz vor dem Abmarsch \ud83d\ude42 Die Magd sprach Andrea und mich gezielt an, weil wir doch eher aus Bier-Regionen k\u00e4men, warum wir denn die Weinf\u00fchrung mitmachten und nicht die Bierf\u00fchrung am n\u00e4chsten Tag? Ich hatte ja, ob des losen Mundwerks der Dame, etwas Bammel ihr Rede und Antwort zu stehen! Das war aber v\u00f6llig unbegr\u00fcndet, denn sie schien sich wirklich zu interessieren und lies sich gerne erkl\u00e4ren, wo wir denn her k\u00e4men, warum etc. und dann plapperte ich noch los, dass ich eigentlich aus der Pfalz k\u00e4me, wo ja eine Menge Deutscher Wein zu Hause ist etc. Nicht der Ansatz einer seltsamen Reaktion kam von ihr, was mir, ehrlich gesagt, runter ging wie \u00d6l &#8211; einfach toll! Wenn ich das irgendwie bewerten sollte w\u00fcrde ich sogar fast sagen, sie hat das mit Absicht gemacht, um uns ein Gef\u00fchl von Akzeptanz und Normalit\u00e4t zu geben. Und wenn es so w\u00e4re, dann hat sie das wunderbar geschafft. Und so war ich, nach Weinschorle, noch einem weiteren Viertelchen der Verkostung und dieser netten Geste der Magd, locker und beschwingt.<br \/>\nUnd ja, auch ganz sch\u00f6n gl\u00fccklich!<\/p>\n<p>Die gesamte Gruppe war aber nun auch langsam etwas heiterer und so ergaben sich das ein oder andere lustige hin und her, vor allem meist ausgehend von der Magd. Sehr sch\u00f6n! Eine kleine weitere Wanderung sp\u00e4ter, wieder gespickt mit teils etwas schl\u00fcpfrigen Anekdoten aus der Kaiserzeit, kehrten wir zum Hauptgang in einem Lokal praktisch gegen\u00fcber der Semperoper ein. Hier konnten wir aus einer Karte von vier oder f\u00fcnf Hauptgerichten w\u00e4hlen &#8211; ich entschied mich f\u00fcr den s\u00e4chsischen Sauerbraten mit Kn\u00f6deln und Rotkohl und noch einer Weissweinschorle. Das Essen war, sagen wir, OK. Geschmacklich gut, aber fachlich nicht so wirklich vollendet &#8211; der Sauerbraten war viel zu wenig ges\u00e4uert, d.h. das Fleisch war gerade mal einen Zentimeter am Rand durchgezogen. Der Rotkohl war gut, aber einen ganzen Schlag zu s\u00fc\u00df. Aber nuja. Das spielte an dem Abend keine so wirklich grosse Rolle mehr! Wir waren alle etwas durchgefrohren, vor allem ich, da ich ja ausser der Strumpfhose nicht viel an den Beinen hatte. Doch das Wichtigste war eigentlich, dass es ein sehr vergn\u00fcglicher Abend war!<\/p>\n<p>Nach dem Essen verliessen wir halbwegs zeitig das Lokal und gingen zur\u00fcck zum Hotel &#8211; und ich freute mich auf eine warme Badewanne!<\/p>\n<p>Der Abend war also ein wunderbares Highlight! Wir sind in der Gruppe nicht aufgefallen, eigentlich ganz im Gegenteil. Die Magd machte aus der ganzen Veranstaltung eine wirklich sehr humorige Zeit und mit dem sehr empf\u00e4nglichen &#8222;Opfer&#8220; f\u00fcr Anspielungen und Witze Junker Manfred hatten wir wirklich Gl\u00fcck in der Gruppe. Auch der vorangegangene Vormittag mit unserer Shopping Tour, Wetter und Stadt waren einfach nur traumhaft. Wie k\u00f6nnte soetwas noch getoppt werden? H\u00f6chstens durch sommerlichere Temperaturen \ud83d\ude42 Aber auch das k\u00f6nnte zum Nachteil gereichen, wenn dann das so wichtige Make-Up mit dem Schweiss davon l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Und so sinke ich gegen 2300 Uhr gen\u00fcsslich in eine sehr warme Badewanne &#8211; ein Geigerz\u00e4hler h\u00e4tte vermutlich bei meinem Strahlen Vollausschlag \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verflixt, so langsam verblassen schon die Erinnerungen, denn ich beschreibe diesen Tag nun schon gut zwei Wochen retrospektiv. Also halte ich mich lieber mal ran, bevor ich alles vergesse&#8230; Aufstehen, fertigmachen Also Freitag&#8230; wie jeder Tag beginnt auch dieser Freitag mit einem Morgen, aufstehen und fertig machen. Der Wecker klingelt wieder zu garstig fr\u00fcher Zeit &#8211; 0700 Uhr! Und wer&#8230; <a href=\"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/tag-3-freitag-4-10\/\">Read more &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6],"tags":[],"class_list":["post-487","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-trans"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=487"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dpin.de\/nf\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}