Bücher, Literatur

Hier stelle ich Bücher vor, die ich entweder bereits gelesen habe, gerade lese oder noch lesen möchte.

 

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Gelesen

  • Ich bin (k)ein Mann, Als Transgender glücklich leben – Ein Ratgeber, von Jula Böge

    Jula kann man, denke ich, durchaus als eine Intellektuelle und Philosophin bezeichnen. Sie hat, wie so viele von uns, lange Zeit ihres Lebens mit und teils gegen Ihre M2F Transidentität gekämpft, aber dann beschlossen, nicht mehr passives Opfer zu sein, sondern sich aktiv intelligente Gedanken darüber zu machen, was wir sind, was wir daraus machen können und was dies gesellschaftlich bedeutet. Einige der Texte dieses Buches hat sie ursprünglich für ihrer Webseite geschrieben (siehe Links) und dann später in diesem Buch verarbeitet. Ihr Buch ist sicherlich keine leichte und besonders unterhaltsame Lektüre, wohl aber eine grosse Quelle gut durchdachter Gedanken über uns Transgender.

    Bewertung: Jula erklärt sehr verständlich viele unserer Probleme und gibt wertvolle Hinweise, wie wir richtig damit umgehen können, sehr empfehlenswert

  • How to change your sex: A Lighthearted Look at the Hardest Thing You’ll Ever Do, von Lannie Rose
  • Eine nicht übertrieben ernste Beschreibung all dessen, was eine transsexuelle Person ausmacht – ihre Probleme, Lösungen, Folgen. Das Buch hat den Charakter eines Ratgebers für all jene, die sich noch etwas unsicher sind, ob sie wirklich Transsexuell sind und beschreibt, welche Dinge einem in der Folge der Entscheidung zur Transsexualität beim Übertritt der Geschlechtergrenze passieren werden. Es ist sicherlich nicht das tiefschürfendste Buch in dieser Richtung, aber soll es ja auch nicht sein, wie der Titel schon sagt, „lighthearted“, also „locker“ sein. Das gelingt ihm auch, ohne zu banalisieren.

    Bewertung: Unterhaltsam und sehr informativ, gerade für jene, die noch mit sich ringen, was sie denn sind, empfehlenswert

  • Telefonate mit Denise, Jana Henschel und Denise Cline

    Eine Journalistin möchte eigentlich nur ein Interview zu Transsexualität mit einer Betroffenen, Denise, führen, doch auch nach Abschluss der Artikels lässt sie das Thema nicht mehr los und sie ruft sie noch einmal an. Die Gespräche werden zu einer Art abendlichen Gewohnheit, für beide. Und beide begeben sich damit auf eine Reise durch Denise bewegte und bewegende Vergangenheit. Für Denise wird es eine Aufarbeitung der Vergangenheit, für die Journalistin ein einmaliger Einblick in einen Bereich, der der überwiegenden Mehrheit ihrer Mitmenschen verborgen bleiben wird.

    Bewertung: Ich bin keine Schnellleserin, dennoch hatte ich die gut 250 Seiten innerhalb eines Tages verschlungen. Jana Henschel beschreibt in einem sehr gut und flüssig lesbaren Stil, zumeist in Dialogform, ihre teils nächtelangen Telefonate mit Denise. Ihre Fragen sind jene Fragen, die sich wohl jeder stellen würde, der zum ersten mal mit Transsexualität in Berührung kommt – wann begann es? Wie? Wie fühlt sich das an? Wie ist es jetzt? Die sich daraus entwickelnde Geschichte rührt zuweilen sehr an – aus Mitleid wegen der teils sehr unschönen Vorgeschichte, aber auch aus Freude für das Glück, dass Denise dennoch letztlich gefunden hat. Der Weg dazwischen wird dadurch sehr anschaulich – sehr empfehlenswert

  • Trans*Identitäten, Broschüre (PDF) WASt, Stadt WienEine sehr gute Übersichtsbroschüre (26 Seiten) über die unterschiedlichen Arten von Trans*IdentitätenBewertung: Empfehlenswert
  • Transsexualität – Transidentität, Begutachtung, Begleitung, Therapie, Udo Rauchfleisch

    Der Text von Rauchfleisch ist eher langweilig, teils langatmig und strotzt
    vor allem vor Redundanzen. Dieselben These finden sich immer und immer
    wieder unter leicht anderen Betrachtungswinkeln. Das Ganze ist zwar gut
    lesbar, aber es gibt darin nicht wirklich viel Neues zu entdecken.
    Andererseits ist es auch mal gut von einem behandelnden Psychologen zu
    lesen, wie er das Thema sieht und einschätzt.

    Viel spannender, interessanter und mehr Einblicke brachte mir aber der Gastbeitrag von Annette Güldenring in dem Buch! Frau Güldenring ist ebenfalls
    praktizierende Psychologin, aber, und das macht das ganze so spannend,
    sie ist auch eine Transfrau! Und zudem auch noch eine, die zu unserem
    Glück und leider ihrem Unglück zu einer Zeit aufwuchs und sich zum
    ersten mal mit ihrem „Problem“ konfrontiert sah, als sich Transgender
    allgemein und Transsexuelle im Besonderen noch in anonym in dunklen
    Kellerverließen trafen, um ja nicht entdeckt zu werden. Frau Güldenring
    bietet damit einen Einblick, den nicht viele geben können:
    Professionell, da sie Psychologin ist. Geschichtlich, da sie selbst
    Zeiten erlebt hat, die für uns Trans* alles andere als gut waren. Und
    nicht zuletzt, weil sie selbst Betroffene ist. Dieser Teil, ab Seite 131, macht das Buch wieder wertvoll für mich.

    Bewertung: Empfehlenswert, aber fast ausschliesslich wegen des Gastbeitrags (nur dafür aber dann entschieden zu teuer)

  • Girls Game, von Marlene und Bernd Bitzer

    Ein offenbar transidenter Journalist macht den Selbstversuch und testet das Leben als Frau – 24h, 7 Tage die Woche.

    Eigentlich vielversprechend und so beginnt das Buch auch – humorvoll werden einige Details beschrieben, die wir alle an uns kennen und über die sich so manche schon selbst einige kritische Fragen gestellt hat. Doch leider
    kommt das Buch nicht so richtig in Schwung, bleibt sehr oberflächlich
    und vor allem kommt etwa nach 2/3 der Bernd sehr stark durch und
    beschreibt seitenlang einen tollen Sportwagen und die Erlebnisse damit.
    Das Ende des Buches kommt dann recht abrupt, ohne rechte Schlussfolgerung und auch die Geschichte von Bernd vs. Marlene bleibt offen.

    Zudem ist das Buch in Kinderschrift gedruckt, also große Buchstaben und großer
    Zeilenabstand. Dazu noch dutzende Bilder, die zwar teils ganz nett, aber
    oft unnötig sind. Damit wird das Buch zum echten Seitenschinder. Ich
    lese nicht sonderlich schnell, hatte es aber innerhalb von knapp 2h durch.

    Bewertung: Teils unterhaltsam, aber zu wenig Inhalt, nicht sonderlich empfehlenswert, vor allem für den Preis

  • Ich bin nicht verrückt –
    ich bin ein Mädchen, von Hanne Wagenvoord

    Das Buch schildert abwechselnd die frühe Kindheit und das spätere Erwachsenenalter von Hanne, die ihr Leben als Hans begann.Gerade die Schilderungen der Kindheit und Jugend sind ausführlich und anschaulich. Erlebnisse wie die des kleinen Hans können sicherlich viele trans* Frauen berichten und sich daher damit identifizieren. Für cis Menschen sind es eindringliche Schilderungen, wie trans* Menschen das beginnende Selbstbewusstsein erleben, wahrnehmen und welche Vermeidungsstrategien sie dabei entwickeln. Auch wenn Hanne ihre Kindheit in den 60er Jahren durchlebte, so erleben doch viele Kinder und Jugendliche auch heute noch ein ähnliches Gefühl des Andersseins, ja des Verlorenseins und fast schon einer Aussetzigkeit. Das Verständnis über trans* Menschen ist auch heute noch immer nicht flächendeckend.Leider kommt die Schilderung von Hannes Selbstwerdung in den 2000er Jahren etwas zu kurz. Ihre Introspektion und Schilderungen der Selbstreflexion der Kindheit und Jugend findet sich in den Kapiteln über ihren Weg zum Frausein leider sehr wenig, man hat das Gefühl, dass es etwas holprig auf einmal losgeht und dann ist es auch auf einmal schon geschafft. Der Konflikt mit Ihrer Frau, die mit der Entwicklung von ihrem Ehemann zur Partnerin zu hadern scheint, wird nicht aufgelöst, zumindest nicht im Rahmen dieses Buches. Auch wird ihr Entwicklungsprozess, vom ersten Arztbesuch bis zur geschlechtsangleichenden Operation, nur sehr oberflächlich behandelt.Bewertung: Alles in allem ist die Geschichte schön zu lesen, die holländischen Wurzeln der Autorin schimmern hier und dort ein wenig durch, was den Text damit noch persönlicher erscheinen lässt. Für Menschen, die sich im Besonderen für die persönlichen Konflikte, Introspektion und Reflexion einer trans* Frau vor ihrer Transition interessieren, sicherlich eine lesenswerte Biografie.

     

Dabei zu lesen

  • My Husband Betty, Love Sex and Life with a Crossdresser, von Helen Boyd

    So ziemlich das genialste, was ich bisher gelesen habe! (Zusammen mit Julas Buch (s.o.) meine beiden absoluten Favoriten.)

    Helen beschreibt in einem lockeren, aber nicht zu lockeren, Stil ihre Beziehung zu Ihrem Mann, einem Cross-Dresser, den sie gemeinsam in seiner weiblichen Rolle Betty getauft haben. Das bemerkenswerte an dem Buch ist, dass Helen dem Phaenomen M2F Cross-Dressing aus der Sicht einer Partnerin auf den Grund zu gehen versucht. Sie beschreibt wie sie immer wieder fast verzweifelte, weil auch sie sich keinen Reim auf diese Andersartigkeit Cross-Dressing machen konnte und kann. Über die Andersartigkeit ihres Mannes gewinnt sie selbst ganz neue Einsichten, zu sich, der Gesellschaft und den Geschlechterrollen. Nichts ist mehr selbstverständlich und sie beschreibt schön und gut lesbar, wie sie selbst auszog, das Rätsel zu lösen, doch dabei nur noch mehr Fragen aufwarf, aber viele viele Transgender kennenlernte, eine für sie neue und spannende Personengruppe.

    Bewertung: Eine riesige Quelle der Selbsterkenntnis! Wie ein frisch geputzter Spiegel für uns Cross-Dresser, sehr empfehlenswert vor allem, aber nicht nur, für unsere Partnerinnen

Noch zu lesen

  • Die soziale Konstruktion der Transsexualität, Stefan Hirschauer

    „Die soziale Konstruktion der Transsexualität ist die empirische und
    theoretische Analyse eines Phänomens, das sich seit Mitte des 20.
    Jahrhunderts in den westlichen Gesellschaften etablieren konnte und
    kulturelle Grundüberzeugungen von der Körpergebundenheit und Konstanz
    der Geschlechtszugehörigkeit von Personen herausfordert. Die
    Untersuchung beruht auf interaktionsanalytischen und genealogischen
    Forschungsarbeiten sowie auf einer umfassenden Ethnographie der
    heterogenen Praktiken auf den Stationen eines medikalisierten
    Geschlechtswechsels: psychiatrische Diagnostik, Endokrinologie,
    plastische Chirurgie, Stimmtherapie, Justiz und Subkultur.“

    Mir scheint dies schon fast wie ein Standardwerk zum Thema Transsexualität, denn es wird in vielen Fachpublikationen und Büchern ständig erwähnt, verwiesen uud zitiert. Ist aber, wie sich am Abrisstext schon andeutet, schwere Kost…

  • Breakfast on Pluto, Patrick McCabe

    Mal zur Abwechslung ein voraussichtlich unterhaltsamer Roman, der nicht an Gesellschaftskritik spart.

  • She’s Not the Man I Married, My Life With A Transgender Husband, von Helen Boyd

    Das zweite Buch von Helen Boyd, nach „My Husband Betty“. Dies ist sozusagen die Fortsetzung der Geschichte von Helen Boyd und Betty Crow. In der weiteren Entwicklung kommt Betty immer mehr zu der Überzeugung, dass sie vielleicht doch völlig Frau sein möchte, was Helen, als ihre Partnerin, vor neue Probleme stellt.

  • From Within, von Victoria JefferiesNach den ersten paar Seiten zu urteilen, die Geschichte einer Mann-zu-Frau Transsexuellen, geschrieben in der dritten Person, von der frühen Kindheit bis zur Transition
  • Mom, I need to be a girl, von Just EvelynAls PDF, in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und weiteren Sprachen (wow!)
  • Teilzeitfrau: Der Crossdresser an meiner Seite, von Linda Engel